Künstler

Wussten Sie, dass es zwei Maler Namens „Canaletto“ gab, sich Raffael, Michelangelo und Leonardo Da Vinci kannten oder haben Sie schon einmal davon gehört, dass auf Andy Warhol geschossen und er dabei schwer verletzt wurde?

Vielleicht kennen Sie die Geschichte, dass Warhol seine Sammlung von 32 Campbell-Soup-Dosen für zusammen 1.000 Dollar verkaufen wollte. Später gingen sie für 15 Mio. US – Dollar an das Museum of Modern Art.

Joseph Beuys Flugzeug der deutschen Luftwaffe wurde im II. Weltkrieg abgeschossen und Beuys überlebte den Absturz verletzt. Lesen Sie einmal die Vita von David oder Rubens. Da muss sich ein Autor keinen Stoff für einen fantastischen Roman mehr überlegen. Dies und noch viel mehr Interessantes können Sie auf dieser Seite aus den Lebensläufen der Künstler erfahren und es kommen laufend neue dazu….Viel Spaß bei der Lektüre

Hinweis: Die drop-down-links gibt es nur vereinzelt und sie sind ungenau. Mit jedem neuen Künstler verschiebt sich das Ganze. Die Funktion wird daher erst fehlerfrei gewährleistet sein, wenn dieser Bereich 2027 abgeschlossen ist.

 

Peter Bruegel d.Ä.

Caravaggio

Gustave Courbet

Albrecht Dürer

El Greco

N.N.

N.N.

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Michelangelo

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Rembrandt van Rijn

N.N.

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Peter Paul Rubens

J.H.Wilhelm Tischbein

N.N.

 

 

Francis Bacon

*28.10.1909 (Dublin, Irland) 

 † 28.4.1992 (Madrid, Spanien)

Expressionismus, Surrealismus, Kubismus

Die meisten Bilder von Francis Bacon besitzt die Tate Gallery in London.

Wegen seiner Homosexualität warf ihn sein Vater im Teenageralter aus dem Haus. Bacon zog nach London. Er lebte vorübergehend auch in Berlin, Paris und Monte Carlo, wo er als Croupier arbeitete und angeblich selbst spielsüchtig wurde. Später zog er nach Madrid, wo er an einem Herzinfarkt starb. Bacons Erfolg stieg nach dem II. Weltkrieg stark an. Bereits 1948 erwarb das Museum of modern Art ein Bild von ihm („Painting 1946“).

Max Beckmann

* 12.2.1884 (Leipzig, Deutschland)                   

† 27.12.1950 (New York, USA)

Expressionismus, Neue Sachlichkeit

Die weltweit größten Bestände an Bildern von Max Beckmann stehen im Eigentum vom Städel Museum in Frankfurt am Main.

Beckmann war eines von drei Kindern eines Leipziger Getreidegroßhändlers. Als er 10 Jahre alt ist, zieht die Familie nach Braunschweig um. Er studierte in Weimar Kunst, legte aber keinen Abschluss ab. 1906 heiratete er die Malerin Minna Tube. 1914 meldete er sich als Freiwilliger im Ersten Weltkrieg und erleidet nach rund einem Jahr einen psychischen Zusammenbruch. 1925 erhält er in Frankfurt a.M. eine Professur. 1930 werden auf der 17. Biennale in Venedig 6 Bilder von ihm ausgestellt. 1931 stellt er bei der Ausstellung „German Painting and Sculpture“ im Museum of Modern Art, New York aus. 1933 wird ihm politisch motiviert der Lehrauftrag entzogen. Die Nazis diffamieren ihn als „entarteten Künstler“ und beschlagnahmen 509 seiner Werke aus deutschen Museen.  Beckmann emigriert zunächst nach Paris, dann nach Amsterdam und 1947 schließlich in die USA. Dort unterrichtet er ab 1949 an der Brooklyn Museum Art School in New York. 1950 stirbt er in New York.

Bernado Bellotto "Canaletto"

*20.5.1722 (Venedig, Italien)         

† 17.11.1780 (Warschau, Polen)

Rokkoko

In Deutschland hängen die meisten Bilder in der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden

Zur Verwirrung gleich zu Anfang: es gab zwei italienische Maler, die sich Canaletto nannten und sie waren auch noch verwandt. Das gestaltet die Orientierung nicht leichter. Das Kunsthistorische Museum in Wien hatte 2026 eine Ausstellung “Canaletto und Bellotto“, die sich mit dem Duo beschäftigte. Giovanni Antonio Canal war der Onkel von Bernado. Das Talent von Bernado erkennt sein Onkel, der ihn als 14-jährigen in seine Malwerkstatt 1736 aufnimmt. Der Neffe adaptiert den Vedutenstil seines Onkels.

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Nicht alle Werke von Onkel und Neffe sind bis heute eindeutig zugeordnet. 1741 heiratet Bellotto und wird Vater von 5 Kindern. 1742 unternimmt er seine erste Studienreise durch Italien, alleine ohne seinen Onkel. In den folgenden Jahren sterben drei seiner Kinder. Dies mag ihn bewogen haben, Venedig 1747 den Rücken zu kehren. Er siedelte um nach Dresden, wo sein berühmtes Bild über der Elbbrücke „Der Canaletto-Blick“ entstand. Es entstanden 14 Bilder von Dresden, die heute noch in der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden hängen.

Sachsen wurde in den 7-jährigen Krieg verwickelt. August II. begab sich ins Exil nach Warschau. 1759, nach 12 Jahren Aufenthalt in Dresden ging auch Bellotto. Er reiste und hielt sich u.a. in Wien und München auf. 1761 kehrte er nach Dresden zurück. 1767 will Bellotto nach St. Petersburg ziehen, um dort einen neuen Markt seiner Bilder zu finden, die immer weniger nachgefragt werden. Bis dorthin schafft er es nicht. Er bleibt in Warschau hängen und wird dort Hofmaler. Seine Frau folgt ihm mit den Töchtern. Am 17.11.1780 stirbt er an einem Schlaganfall. Sein Leichnam wird in der Kapuzinerkirche bestattet. Das Grab ist nicht mehr auffindbar.

Joseph Beuys

*12.5.1921 (Krefeld, Deutschland)

† 23.1.1986 (Düsseldorf, Deutschland)

Aktionskunst, Performance, Konzeptkunst

Die meisten Kunstwerke von befinden sich im Museum Schloss Moyland

Beuys besuchte in Kleve das Gymnasium und lernte dort auch Klavier-und Cellospielen. Außerhalb der Schulzeit besuchte er auch das Atelier des Bildhauers Achilles Moortgat. Ob er das Gymnasium mit Abitur verließ, ist nicht gesichert. Beuys war in der Hitlerjugend und meldete sich 1941 freiwillig zur Luftwaffe und verpflichtete sich für 12 Jahre. Er wurde Bordfunker u.a. in einem Sturzkampfflugzeug (Stuka – Ju 87) und kam an der Ostfront zum Einsatz. Im März 1944 stürzte sein Flugzeug ab.

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Der Pilot starb, Beuys überlebte mit zahlreichen Knochenbrüchen und wurde gerettet. Beuys erzählte – die von dritter Seite angezweifelte – Geschichte, dass ihn nomadische Krimtataren fanden und pflegten. Seine Wunden sollen mit tierischen Fett gesalbt worden und mit Filz warm gehalten worden sein. Angeblich sei dies der Grundstein für seine Vorliebe mit Fett und Filz zu arbeiten. Nach dem Krieg studierte Beuys an der Kunstakademie in Düsseldorf den Studiengang „Monumentalbildhauerei“, das er 1953 abschloss. 1961 wurde er auf den Lehrstuhl für monumentale Bildhauerei der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf berufen, den er bis 1974 inne hatte. Beuys war der Meinung, dass jeder, der Kunst studieren wolle, daran nicht gehindert werden solle. Zahlreiche Bewerber wurden von der Kunstakademie abgewiesen, weil ihre Probenmappen nicht genügten. 1971 nahm Beuys alle 142 abgelehnten Bewerber zusätzlich in seine Klasse mit auf. Das Wissenschaftsministerium in Düsseldorf lehnte dies ab. Beuys besetze daraufhin das Sekretariat der Akademie mit 17 Studenten. In einem Gespräch mit dem Wissenschaftsminister Johannes Rau wurde eine Lösung für diese 17 Studenten gefunden. 1972 wiederholte er im Wesentlichen dieselbe Aktion und erhielt daraufhin eine fristlose Kündigung. Es kam zu einem Rechtsstreit, der mit einem Vergleich endete. Beuys durfte sich weiter Professor nennen, erhielt einen Arbeitsraum und das Arbeitsverhältnis wurde aufgelöst. Diese Aktionen erhielten viel öffentliche Aufmerksamkeit. Als Reflex erhielt er Gastprofessuren in Wien, Hamburg und Frankfurt.

Beuys stellte bereits 1964 auf der documenta III aus und war fortan regelmäßig mit seinen Werken vertreten. Das Städtische Museum in Mönchengladbach zeigte 1967 die erste umfassende Ausstellung BEUYS. Die Kunstakademie in Düsseldorf bot (heute auch noch) regelmäßig „Rundgänge“ in der Akademie an, bei denen die dort entstehende Kunst besichtigt werden konnte. Auch er stellte hier aus. 1969 war hier sein Werk Revolutionsklavier zu sehen, ein mit rund 200 roten Nelken und roten Rosen übersätes Instrument. Ein großer wirtschaftlicher Durchbruch auf dem Kunstmarkt gelang 1969. The pack (das Rudel), ein alter VW-Bus mit 24 Schlittenobjekten, erzielte einen Preis von 110.000 DM. Auf der 37. Biennale in Venedig war Beuys mit der Installation „Straßenbahnhaltestelle“ im Deutschen Pavillion vertreten.

Beuys entwickelte den sog. Erweiterten Kunstbegriff, bei der er die umfassende Präsenz und Mitgestaltung der Kunst in der Gesellschaft formulierte.

1980 trafen sich Beuys und Andy Warhol in einer Galerie in Neapel, zur Ausstellung „Joseph Beuys by Andy Warhol“. Hier zeigte Warhol seine neuen Siebdruckportraits mit dem Titel „Joseph Beuys“. 1986 wurde Beuys der Wilhelm-Lehmbruck-Preis der Stadt Duisburg verliehen. Düsseldorf hat heute ein Josepf-Beuys-Ufer und es gibt auch ein Denkmal von Jörg Immendorff (GAP 15, Düsseldorf).

Hieronymus Bosch

*unbekannt, vermutlich um 1450 (s-Hertogenbosch, Niederlande)

† 9.8.1516 (s-Hertogenbosch, Niederlande)

Mittelalter, Renaissance

Im Hieronimus Bosch Art Center kann man viel über Bosch erfahren und Bildreproduktionen sehen, aber keine Originale. Die meisten Originale hängen im Museo del Prado und in der Gemäldegalerie Berlin

Hieronymus van Aken, alias Bosch ist ein niederländischer Maler, über dessen Lebensweg nicht viel bekannt ist. Seinen Geburtsort verließ er nicht. Er entstammt einer Malerfamilie (van Aken – aus Aachen – Aix la Chapelle) und hatte so gute Verbindungen, um seine Künste beim höheren Adel und beim Klerus erfolgbringend anzubieten. Drei seiner vier Geschwister wurden ebenfalls Maler. Er war verheiratet. Die Ehe blieb kinderlos. Später nahm er den Namen seines Wohnortes an. Bosch ist ein außergewöhnlicher Künstler seiner Zeit. Eigentlich war er der erste Surrealist. Seine fantastischen Bilder der Hölle zeigten Monster und Mischwesen. Seine Bilder sind enorm detailreich und voller Symbolik, die die Menschen seiner Zeit ungleich besser verstanden. In seinen Bildern bekamen sie häufig keine gute Bewertung. Es herrscht häufig anscheinend ein leicht dümmlicher, frivoler Egoismus in der Gesellschaft, die Bosch malte.

Sandro Botticelli

*1.3.1445 (Florenz, Italien)

† 17.5.1510 (Florenz, Italien)

Frührenaissance

Die meisten Gemälde von Boticelli findet man in den Uffizien in Florenz und im Louvre. In Deutschland findet man Werke im Städel Museum, Frankfurt und in der Berliner Gemäldegalerie

Sandro Boticelli richtiger Name war Alessandro di Mariano di Vanni Filipepi. Sein größerer Bruder hatte den Spitznamen “Boticelli” (kleines Fässchen), der auf Alessandro später überging. Sein Vater schickte ihn nach der Schule zu einem Goldschmied in die Lehre. Danach wurde er zum Schüler des berühmtesten Malers in Florenz (Fra Filippo Lippi). 1470 eröffnete Boticelli seine eigene Werkstatt und wurde von den Medici gefördert, was ihm auf lange Zeit auch öffentliche Aufträge sicherte.

Papst Sixtus IV. berief Boticelli neben anderen Künstlern nach Rom, um die neu errichtete Sixtinische Kapelle mit Wandgemälden auszustatten.

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Es wird angenommen, dass Boticelli ab 1500 wegen einer Erkrankung nicht mehr malen konnte; seine Werkstatt führte er indessen weiter. Im Alter verarmte er. Boticelli blieb unverheiratet und hatte keine Kinder. 1510 wurde er auf dem Friedhof der Kirche Ognissanti in Florenz zu Grabe getragen.

Sein wohl berühmtestes Bild, „Die Geburt der Venus“ (1485/86) hängt in den Uffizien in Florenz.

Georges Braque

*13.5.1882 (Argenteuil, Frankreich)

† 31.8.1963 (Paris, Frankreich)

Kubismus

Die größte Sammlung von Werken von Georges Braque befindet sich im Musée National d´Art Moderne (Centre Pompidou). In Deutschland verfügt die Kunstsammlung NRW vermutlich über die meisten Werke

Georges Braque gilt zusammen mit Picasso als Erfinder des Kubismus. In Deutschland wurden von ihm 8 Bilder von den Nazis als „entartete Kunst“ beschlagnahmt. Georges Braque machte eine Lehre als Dekorationsmaler und besuchte schon in diesen frühen Jahren die Abendklasse der École des Beaux-Arts, um Malunterricht zu nehmen. Ab 1992 setzte er seine Studien an der Académie Humbert fort. Georges Braque war anfänglich vom Impressionismus beeinflusst. 1906 lernte auch Henri Matisse und Raoul Dufy kennen. Braque bezog ein Atelier in Paris, das nur wenige hundert Meter von Picassos Atelier lag. Sie besuchten sich gegenseitig und hatten zeitweise fast täglich Kontakt. 1912 heiratete Braque; die Ehe hielt bis zu seinem Tod; sie blieb kinderlos. 1914 wurde Braque zum Kriegsdienst eingezogen; Picasso brachte Braque zum Bahnhof und meinte später, es sei das letzte Mal gewesen, dass er Georges Braques (metaphorisch gemeint) gesehen habe. 

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Braque wurde 1915 schwer am Kopf verletzt und kam 1917 nach Paris zurück. Dort begegnete er oft dem Maler Juan Gris. Er entfernte sich langsam vom Kubismus. 1955 war er Teilnehmer der documenta I, 1959 der documenta II und im Jahre 1964 posthum der documenta III. 1963 starb der Künstler in seiner Pariser Wohnung.

Peter Bruegel der Ältere

*1525-30 (vermutlich Breda, Niederlande)

† 9.9.1569 (Brüssel, Belgien)

Manierismus

Die meisten der noch 40 erhaltenen Bilder, darunter „Der Turmbau zu Babel“ und „Die Jäger im Schnee“ hängen im Kunsthistorischen Museum in Wien (12 Werke). In Peer (Belgien) gibt es ein Bruegel-Haus, das aller Bilder von Peter Bruegel d.Ä. als Reproduktion ausstellt.

Über sein Leben ist nicht viel bekannt. Er wurde zwischen 1525 und 1530 vermutlich in Breda, Niederlande geboren. Ab 1552 verbrachte er 3 Jahre in Italien und zog danach nach Antwerpen. 1563 heiratete er und wurde Vater von zwei Söhnen, Pieter der Jüngere kam 1564 zur Welt, sein Bruder Jan wurde 1568 geboren. Sie wurden beide ebenfalls Maler.

Bruegel wurde stark von Hieronymus Bosch beeinflusst. Er bevorzugte die Darstellung der Landschaft und die des einfachen Volkes, wobei Sozialkritik an den gesellschaftlichen Zwängen in den oft figurenreichen Bildern leicht zu erkennen ist. In seinem Bild „Die Niederländischen Sprichwörter“ hat er angeblich 100 niederländische Sprichwörter bildhaft dargestellt.

In der damaligen Zeit wurden sechs Jahreszeiten, beginnend mit dem Februar, unterschieden (Vorfrühling, Frühling, Frühsommer, Hochsommer, Herbst, Winter). Diese Jahreszeiten und die damit einhergehenden bäuerlichen Aufgaben stellte er in 6 Bildern (sog. Monatsbilder) dar; von ihnen sind noch fünf erhalten. Es gibt aber auch religiöse Darstellungen, wie der Turmbau zu Babel.  Bruegel starb am 9.9.1569 und wurde, wie auch seine Frau Maria, in der Kapellenkirche in Brüssel beigesetzt.

Giovanni Antonio Canal "Canaletto"

*7.10.1697 (Venedig, Italien)

† 19.4.1768 (Venedig, Italien)

Barock, Rokokko 

Die Königliche Sammlung Schloss Windsor beherbergt die meisten Werke.

Für die Verwirrung gleich zu Anfang: es gab zwei italienische Maler, die sich Canaletto nannten und sie waren auch noch verwandt. Das gestaltet die Orientierung nicht leichter. Hier gemeint ist Giovanni Antonio Canal alias Canaletto. Das Kunsthistorische Museum in Wien hatte 2026 eine Ausstellung “Canaletto und Bellotto“ Bernado Bellotto war sein Neffe und nannte sich zeitweise auch Canaletto. Er (Bernado) war es, der die berühmte Ansicht von Dresden (Canaletto-Blick) malte. Giovanni lernte die Malerei von seinem Vater Bernado Canal, der Bühnenbilder für Theateraufführungen gestaltete. Der englische Konsul in Venedig eröffnete dem Künstler einen Absatzmarkt in England.

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Der Adel orderte Bilder bei dem Vedutenmaler (veduta, ital.: Ansicht). 1746 ging Canaletto für 10 Jahre nach England und stellte Ansichten von London her. Finanzielle Engpässe zwangen ihn, seine eigene Bildersammlung 1762 an den englischen König George III zu verkaufen. Die meisten Gemälde und Zeichnungen Canalettos befinden sich daher noch heute in der königlichen Sammlung in Schloss Windsor. Die letzten Lebensjahre verbrachte Canaletto in Venedig.

Michelangelo Merisi, "Caravaggio"

*29.9.1671 (Mailand, Italien) 

 † 18.7.1610 (Porto Ercole, Italien)

Frühbarock

Die meisten Bilder von Caravaggion sind dort geblieben, wo sie entstanden, in Mailand, Rom, Neapel, Sizilien, Malta, vor allem in den Kirchen. In Berlin befindet sich in der Gemäldegalerie "Amor als Sieger" und in Potsdam im Schloss Sancssoucci "Der ungläubige Thomas"

Michelangelo Merisi kam 1671 in Mailand zu Welt. Zu seinem Leben findet man unterschiedliche Informationen, aber in der Quintessenz kann man sagen, dass sein kurzes Leben gut für einen Roman taugen würde. Als er noch Kind war, starben sein Vater und sein Onkel an der Pest. Die Familie flüchtete daher 1576 vor der Pest nach Caravaggio, wo sie ein Stück Land besaß. 1584 ging es zurück und Michelangelo da Caravaggio trat seine vierjährige Lehre beim Maler Simone Peterzano an. 1592 zog er nach Rom und arbeitete sich dort mittellos beginnend als Maler allmählich von der Straße nach oben in die Paläste der Kardinäle. Er besuchte aber auch zwielichtige Tavernen und machte Bekanntschaft mit ebensolchen Menschen. Er gerät zunehmend mit dem Gesetz in Konflikt. Er findet wohl in zahlreichen Polizei- und Gerichtsakten, die noch existieren, Erwähnung. Ab 1506 gerät sein kurzes Leben aus den Fugen. Er gerät in eine gewaltsame Auseindersetzung, in die ein Freund von ihm verwickelt ist und tötet mit einem Schwert den Kontrahenten. Caravaggio wird wegen Totschlags verurteilt. Die Quellen sind unterschiedlich. Er wird jedenfalls mit dem „bando capitale“ belegt, das jedem erlaubt, ihn straflos zu töten. Es gibt aber auch die Version, dass er zum Tode durch Enthaupten verurteilt wurde. Er flieht in das spanische Neapel (Neapel gehörte von 1504 bis 1713 der spanischen Krone an) und wird dort ein in kurzer Zeit begehrter Maler mit zahlreichen einflussreichen Auftraggebern. Es entstehen in dieser Zeit mehrere Bilder mit Enthauptungsszenen (Die Enthauptung Johannes des Täufers“ (1608), David mit dem Kopf des Goliath 1610), wobei der Enthauptete auf dem letzten Bild Caravaggio selbst ist. Er reist 1608  mit einer Galeere nach Malta.

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Dort wird er Malteser Ritter, gerät aber nach einiger Zeit wieder in gewaltsamen Händeleien, die für ihn mit Haft enden. Er flüchtet aus dem Gefängnis und kann nach Sizilien übersetzen, wo er sich ein Jahr in Messina und Syrakus aufhält. Der Malter Orden schloss ihn darauf hin aus. Danach reiste er wieder zurück nach Neapel und kann an vorherige Erfolge anknüpfen. Ihn zieht es aber wieder nach Rom. Er bittet den Papst um Begnadigung. Diese wird ihm zumindest zugesagt. Er reist mit seinem Hab und Gut und einigen Bildern mit dem Schiff von Neapel nach Palo Laziale, um fort dort aus über Land nach Rom zu reisen. Im Hafen wird er festgenommen und das Schiff fährt mit seinen Sachen, aber ohne ihn weiter. Er wird freigelassen und nimmt das nächste Schiff, um seinen Sachen hinterher zu reisen. Der nächste Stopp ist weiter nördlich in Porto Ercole. Hier erkrankt er plötzlich und verstirbt kurz darauf im örtlichen Hospital. Um seine Todesursache gibt es keine klaren Erkenntnisse. Herzinfarkt, Malaria und Bleivergiftung (die hatten viele Maler in unterschiedlicher Ausprägung durch die Farbe) werden gehandelt. 

Caravaggio gilt als der Erfinder des Chiaroscuro, der Hell-Dunkel-Maltechnik, die mit starken Gegensätzen zwischen Licht und Schatten arbeitet, um die Dramatik und Tiefe der Bilder zu steigern. Damit schuf er ein wesentliches Stilelement des Barock. Die Figuren sind klar und scharf dargestellt. Das Sfumato (absichtlich unscharfe Konturen) lehnt er ab. Die Menschen, auch Heilige sind sehr realistisch und nicht idealisierend dargestellt. Er nutzte für seine Gemälde als Modelle häufig die einfachen Menschen von der Straße. Das alles war ein völlig neuer Stil. Caravaggio gilt als Überwinder des Manierismus und öffnete die Tür zum Barock. Und schließlich führte er mit der Wahrsagerin die Genremalerei (Darstellung von Alltagszenen  normaler Menschen) in Italien ein, die es bis dato nur in den Niederlanden gab. 

Gustave Courbet

*10.6.1819 (Ornans bei Besancon,Frankreich) 

 † 31.12.1877 (La Tour de Peilz, Schweiz)

Realismus

Courbet wuchs als Kind wohlhabender Landwirte nahe Besancon in Ostfrankreich auf. Schon in der Schulzeit wurde die Affinität zur Kunst offenbar. Während seiner Gymnasialzeit besuchte er bereits eine Malschule. Auf Wunsch der Eltern studierte er ab 1840 Rechtswissenschaften an der Universität in Paris. Das Studium schloss er aber nicht ab. Er widmete sich zunehmend dem Zeichnen und Malen, wobei er von seiner Familie unterstützt wurde. Er bemühte sich um Aufnahme seiner Bilder beim Pariser Salon. Zwischen 1841-47 wurden drei seiner 20 eingereichten Bilder angenommen. 1847 wurde er Vater. Die Mutter Verginie Binie verließ ihn allerdings bereits 1850. Er freundete sich mit Baudelaire an, der ein sehr guter Freund von Éduard Manet war. Auch die beiden Maler kannten sich; sie verband aber eher eine berufliche Rivalität, als eine Freundschaft. 1869 fuhr Courbet nach Étretat, um dort zu malen. Der Ort hatte sich bereits von einem einsamen Fischerdorf zu einem modischen Badeort und Hotspot für Impressionisten entwickelt. Er trifft hier auch Monet. Insgesamt entstehen hier über 30 Bilder von Courbet.

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Courbet gilt als Begründer des Realismus. Seine schonungslosen Darstellungen waren teils sozialkritisch und polarisierten. Sein wohl berühmtestes Bild „Der Ursprung der Welt“ zeigt einen weiblichen Akt mit gespreizten Beinen. Als Sozialist forderte er die Abschaffung staatlicher Kunstakademien. Zum Bumerang wurde für ihn der Disput um die Siegessäule vom Place du Vendôme. Nach dem Sieg Frankreichs in der Schlacht bei Austerlitz 1805 entstand das Vorhaben, auf diesem Platz eine Siegessäule zu errichten. Sie wurde aus eingeschmolzenen russischen und österreichischen Kanonen gegossen. Das gesamte Bauwerk hatte eine Höhe von 44 Metern und kostete rund 1,3 Mio. Francs. 1810 wurde die Säule eingeweiht. Courbet war Mitglied der 1. Pariser Kommune, die am 18.3.1871 nach der Niederlage im Deutsch-Französischen Krieg ausgerufen wurde. Die Kommune setzte sich gegen die etablierte Regierung durch und existierte 72 Tage, in denen sie auch zahlreiche Reformen und Veränderungen anschob. Eine davon war die Versetzung der Siegessäule vor das Hôtel des Invalides. Courbet, der in unmittelbarer Nähe wohnte, machte sich gar für die Entfernung stark. Er wurde von der Kommune erhört und es wurde ein Gerüst mit Flaschenzug errichtet, um die Säule niederzureißen. Sie stürzte am 16.5.1871. Nach dem Sturz der Kommune beschloss der Präsident der neu geschaffenen Republik die Säule auf Kosten Courbets wieder errichten zu lassen. Daneben wurde er zur Zahlung einer Geldstrafe und von 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Die Gefängnisstrafe saß er ab, durfte währenddessen aber malen. Die Geldforderung überstieg bei weitem seine finanziellen Möglichkeiten, weshalb Courbet in die Schweiz floh, wo er auch verstarb. 100 Jahre später wurden seine sterblichen Überreste nach Ornans überführt. Courbet hinterließ über 1.000 Gemälde.

Honoré Daumier

*26.2.1808 (Marseille, Frankreich)                   

† 10.2.1879 (Valmondois, Frankreich)

Realismus

Die meisten Bilder von Daumier befinden sich im Musée d´Orsay in Paris. In Deutschland dürfte das Städel Museum über die meisten Werke von Daumier verfügen (siehe auch Video).

Daumier war ein französischer Künstler, der vor allem Lithographien anfertigte. Erst in der zweiten Lebenshälfte schuf er auch Gemälde. Daumier war ein politischer Karikaturist mit einem trefflichen Auge für die Schwächen seiner Zeitgenossen und der herrschenden Oberklasse. Ihn interessiert vor allem die physiognomische Darstellung des Charakters.

Geboren wurde er in eine Großfamilie eines selbständigen Glasers, die am  Ende 10 Kinder zählen soll. Sein Vater schrieb Gedichte und wird gesehen. Man empfiehlt ihm von Marseille nach Paris umzuziehen. Der Vater geht nach Paris, erhält eine Anstellung und holt die Familie nach. Die Anstellung endet und die Familie hat große Not. Die veröffentlichten Werke des Vaters schaffen keine nennenswerte Besserung. Honore muss die Schule  schon mit 11 Jahren verlassen und verdient erstes Geld als Laufbursche für einen Gerichtsvollzieher. In seiner Freizeit zeichnet Honore und es ist Begabung erkennbar. Mit 17 beginnt er eine Lehre bei einem Lithographen, der ihm die neue Technik zeigt. Ab 1831 erstellt er für die Zeitungen Le Charivari und La Caricature Karrikaturen. Als er 1832 König Louis Philippe als unersättlichen Fresser und Säufer darstellt, wird er zu 6 Monaten Haft verurteilt.

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Ohnehin werden zahlreiche seiner Bilder der Zensur unterworfen. Man fürchtet in diesen unsicheren Zeiten eine Mobilisierung des Volkes gegen den Staat. 1832 stellt Daumier die Regierung als Irrenhaus dar. Mit 38 Jahren wird Daumier Vater. Er heiratet anschließend die 18 Jahre jüngere Schneiderin, ihrerseits die Tochter eines Glasers. 1855 malt Daumier mehrere Juristengemälde. Der Berufsstand scheint ihn herauszufordern. Mit 65 Jahren erblindet Daumier fast und das zwingt ihn, seine Arbeit einzustellen. Vielfach ist nachzulesen, dass Daumier zeitlebens arm war und verarmt starb. Dem wird indessen auch widersprochen. So soll Daumier einen gut auskömmlichen Verdienst über die Zeitung Charivari und gute Einkünfte über den Verkauf seiner Kunst gehabt haben. Seine Rente soll beträchtliche 1.200, später gar 2.400 Francs monatlich betragen haben. Zum Vergleich: Ein Arbeiter verdiente zu dieser Zeit 45 Francs im Monat.

Daumier starb mit 71 Jahren und hinterließ rund 4.000 Lithographien, über 1.000 Holzschnitte, und circa 300 Ölgemälde und 120 Plastiken. Sein Sohn überlebte ihn nicht. Daumier ruht auf dem Friedhof Père Lachaise in Paris.

Jaques Louis David

*30.8.1748 (Paris, Frankreich)                   

† 29.12.1825 (Brüssel, Belgien)

Klassizismus

Die meisten Bilder von David hängen im Louvre und im Schloss Versailles. Ein monographisches Museum existiert nicht.

Als Jaques Louis 9 Jahre alt ist, verliert er seinen Vater. Seine Mutter gibt ihn in die Obhut von zwei Onkeln; der eine davon ist Architekt. Jaques Louis zeichnet gerne und motiviert seinen Onkel schließlich, Malunterricht nehmen zu können. Mit 26 gewinnt er ein Kunststipendium der französischen Akademie in Rom. Er reiste nach Italien, lernt, studiert dort die berühmten Renaissance-Künstler und kehrte nach 5 Jahren zurück nach Paris. 1781, mit 33 Jahren werden zwei Bilder vom Pariser Salon aufgenommen. 1784 malt David im Auftrag von Ludwig XVI. den „Schwur der Horatier“. Das  326 × 425 cm große Ölgemälde gilt als Paradigma des Klassizismus. Als der französische König das Werk in Auftrag gab, konnte er nicht wissen, dass eben jener Maler als Mitglied des Nationalkonvents in Paris dafür votieren würde, den König enthaupten zu lassen (was auch erfolgte). David war ein sehr politischer Mensch, der neben Robbespierre ein glühender Anhänger der französischen Revolution war. Zwei berühmte Bilder erzählen hiervon:

 

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Vor der französischen Revolution erlebte Frankreich eine enorme Inflation. Hinzu kam, dass 1788 eine furchtbare Dürre die Ernte in großen Teilen zerstört hatte. Der Winter 1788/89 war der schwerste seit 80 Jahren. Hunger brach aus und die Gewalt in den Straßen der Städte, um etwas Essbares zu bekommen, nahm stark zu. Es traf die einfachen Leute, die Handwerker, Arbeiter, Händler und Ladenbesitzer, die „Sanscoulottes“ (ohne Strümpfe), wie man sie damals nannte. Sie trugen keine Strümpfe (Culottes), sondern knöchellange Hosen, die sogleich ihren Stand offenbarten. Unzufriedenheit in der monarchistischen Staatslenkung machte sich breit. Die Stadt Paris war mit vielfältigen Problemen beschäftigt. Das Parlament von Paris stellte die Forderung auf, ein Vetorecht gegen königliche Dekrete zu erhalten. Bereits im August 1788 berief der König Generalstände ein. Die Gemeinden sollten ihre führenden Edelleute, Geistlichen und Gemeinen zu einem gemeinsamen Konvent nach Versailles entsenden, um die aktuellen Probleme gemeinsam zu lösen. Am 4.5.1789 zogen 1214 Abgeordnete sowie Ludwig XVI. mit seinen Ministern in den vorgesehenen Tagungsort Hôtel des Menus Plaisirs (Palais der kleinen Vergnügungen) ein. Die Wahlordnung sah Einstimmigkeit der der drei Stände (Adel, Klerus, Volk) vor. Das führte nur selten zu Entscheidungen, aber vielen hitzigen Debatten. Am 16.6. wurde von einem Abgeordnete der Vorschlag unterbreitet, dem Klerus und dem Adel vorzuschlagen, sich mit ihnen, die sie 90% der Franzosen repräsentierten, zu vereinen. Sollte dies nicht gelingen, sollten sich die Abgeordneten des 3. Standes  selbst zu Repräsentanten der französischen Nation erklären und mit der Gesetzgebungsarbeit beginnen. Es kam zu hitzigen Debatten, die in dem Beschlussantrag mündeten: Soll diese Versammlung sich selbst zur Nationalversammlung erklären?  Die Zählung ergab 490 zu 90 Ja-Stimmen. Der Beginn der französischen Revolution. Der Klerus stimmte mit knapper Mehrheit für eine Vereinigung mit dem 3. Stand. Ludwig XVI. entschied daraufhin den Tagungsort Hôtel des Menus Plaisirs zu schließen und für eine Sitzung der drei Stände unter seiner Beteiligung  am 22.6. vorzubereiten. Die Abgeordneten kannten diese Order nicht und standen am 20.6. vor verschlossenen Türen. Die nahmen an, der König habe sie als Abgeordnete entlassen. Sie versammelten sich daraufhin im nahe gelegenen Salle du Jeu de Paume (Ballhaus – nicht zum Tanzen, sondern eine Ballspielhalle). Ein Abgeordneter schlug vor, die 577 dort versammelten Deputierten sollten einen Eid leisten, sich niemals zu trennen und zusammenzukommen, wo auch immer es die Umstände erforderten, bis eine Verfassung verabschiedet sei. Bis auf einen leisteten alle Delegierten diesen Schwur. Diese Szene verewigte David in seinem Bild „Der Ballhausschwur“

Ein weiterer Mitkämpfer von Robbespierre war Jean Paul Marat. Wegen einer stark juckenden Hautkrankheit hatte er vor allem beim Baden Erleichterung und hielt sich viel in der Badewanne auf. Eine Konterrevolutionärin, Charlotte Corday fuhr nach Paris, kaufte ein 20cm langes Küchenmesser, suchte ihn auf und erstach ihn. Das Geschehen inspirierte David zum Bildnis „Der Tod des Marat“, das heute im Königlichen Kunstmuseum in Brüssel hängt. Die Attentäterin wurde mit der Guillotine enthauptet. Und der vierte Tote in der Reihe ist Robbespierre, der zusammen mit 21 seiner Gefolgsleute ohne Prozess guillotiniert wurde. Auch David wurde verhaftet und saß 1794 und 1795 mehrere Monate in Haft, weil er als Terrorist angesehen wurde, der Mitschuld an den tötlichen Wirren nach der Revolution habe. 1795 kommt er durch die allgemein ausgesprochene Amnestie der neuen Regierung frei. Napoleon Bonaparte kommt wenig später an die Macht und nun bekommt David auch von ihm den Auftrag, heroische und historische Bilder zu malen. Es entsteht u.a. das Bild „Napoleon überquert die Alpen“ (1800), das vermutlich jeder kennt.

Nachdem Napoleon 1814 (das erste Mal) abgedankt hatte, sorgten die Alliierten für die Ausarbeitung einer Verfassung in Gestalt einer konstitutionellen Monarchie. Ludwig XVIII. wurde daraufhin König. Die Fahne drehte abermals. Die neue Regierung erließ ein Gesetz gegen Königsmörder. David war nun unerwünscht. Er hatte für die Hinrichtung Ludwig XVI. gestimmt und galt als Bonapartist. Er wurde daher aus Frankreich verbannt. Er zog nach Brüssel. Ludwig XVIII. bot ihm später dann noch noch eine Amnestie an und zudem ein Posten als Hofmaler. Beides lehnte David ab. In Brüssel verbrachte er seine letzte Dekade. In dieser Zeit entstand sein letztes großes Werk „Mars wird von Venus entwaffnet“. Davids Leichnam wurde mit Ausnahme des Herzens in Brüssel bestattet. Sein Herz liegt auf dem Friedhof Père Lachaise in Paris. Er hinterließ über 100 Gemälde und vier Kinder.

Eugène Delacroix

*26.4.1798 (Saint-Maurice, Frankreich)                   

† 13.8.1863 (Paris, Frankreich)

Romantik, Orientalismus

Im ehemaligen Wohnhaus von Delacroix gibt es ein monographisches Museum, das Musée nationale Eugène Delacroix. Die meisten Bilder von Delacroix hängen im Louvre.

Eugène war das jüngste von vier Kindern von Victoire OEben und Charles-François Delacroix; er war Außenminister und später Botschafter in den Niederlanden. Es wird die Theorie vertreten, dass er nicht der leibliche Vater ist, sondern der Diplomat Charles Maurice de Tayllerand. Begründet wird dies mit einer Krankheit des Vaters, der zurzeit der Zeugung vermutlich zeugungsunfähig war und mit einer physiognomischen Ähnlichkeit. Außerdem hatte der junge Eugène einen anonymen, aber mächtigen und finanzkräftigen Unterstützer. Sein Vater starb bereits, als Eugène 7 Jahre alt war. Im Gymnasium entwickelte Delacroix eine Vorliebe für Literatur. Angeblich soll er durch einen Familienbesuch in der Normandie und den dort erstmals gesehenen Ruinen den Impuls zum Malen bekommen haben. Seine Mutter starb als er 16 Jahre alt war. Er begann danach im Atelier von Pierre-Nacisse Guérin zu arbeiten und schrieb sich 1816 an der École nationale supérieure des beaux-arts in Paris ein.

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Bereits 1822 wurde sein Bild „Dantebarke“ auf dem Pariser Salon ausgestellt. Der französische Staat erwarb es und ließ es im Palais du Luxembourg aufhängen. Seine Gemälde standen in der Tradition der Historienmalerei und hatten daher gute Aussichten für den Pariser Salon. Er war ein begeisteter Leser und ließ sich von Werken romantischer Schriftsteller wie William Shadespeare, Lord Byron und Goethe inspirieren. Er gilt als die Leitfigur der romantischen Malerei in Frankreich.

Die Gemälde bilden eine breite emotionale Palette ab, sind farbintensiv, emotional, mit kraftvollen Darstellungen. Seine Malweise gilt zudem als Wegbereiter für den Impressionismus.

Eine Reise nach Marokko hatte ebenfalls Einfluss auf sein Oeuvre („Die Frauen von Algier“, „Die Fanatiker von Tanger“, „Jüdische Hochzeit in Marokko“). Er bewunderte die Üppigkeit der Farben und den Detailreichtum der orientalischen Kunst. Er gilt daher auch als einer der Hauptvertreter des Orientalismus.

Verheiratet war Delacroix nie, Verbindungen zu Frauen gab es gleichwohl. Nachkommen sind nicht bekannt. Er war mit Frédéric Chopin und George Sand befreundet.

Die Freiheit führt das Volk an“. Delacroix hat sich selbst auf dem Bild verewigt. Schließlich war er Zeitzeuge der Aufstände. Der französische Staat hält das Bild für so gefährlich, dass er es ankaufte, um es wegzuschließen.

Delacroix wird viel Ehre, nicht nur vom Pariser Salon zu Teil. Zur Weltausstellung 1855 wurde seinem Werk eine Retrospektive gewidmet. 1863 stirbt Delacroix in Paris. Er hinterließ über 700 Gemälde.

Otto Dix

*2.12.1891 (Gera, Deutschland)                   

† 25.7.1969 (Singen, Deutschland)

Neue Sachlichkeit, Expressionismus

Es gibt zwei Museen, die sich dem Leben und Werk von Otto Dix widmen: das Haus Otto Dix in Gera und  in Gaienhofen am Bodensee das Museum Haus-Dix. Die meisten Werke besitzt das Zeppelin-Museum am Bodensee, dei meisten Gemälde hingegen finden sich im Kunstmuseum Stuttgart.

Dix´ Vater war in einer Gießerei als Former beschäftigt, seine Mutter war Näherin. Dix sah sich als Arbeiterkind. Er wuchs indessen nicht in prekären oder bildungsfernen Verhältnissen auf. Seine Mutter war musisch und künstlerisch interessiert. Während seiner Schulzeit besuchte Dix eine Malschule und lernte später Dekorationsmaler. Er erhielt ein Stipendium, das ihm ein Studium an der Kunstgewerbeschule in Dresden von 1910-14 ermöglichte. 1914 wurde er zum Kriegsdienst eingezogen und diente an der West- und Ostfront. Nach dem Krieg nahm er ein Studium an der Akademie der bildenden Künste in Dresden auf und arbeitete als freischaffender Künstler. Ab 1919 stand er in Kontakt mit den Berliner Dadaisten. 1922 zog Dix nach Düsseldorf, wo er an der Düsseldorfer Akademie ein Meisterschüler-Atelier erhielt. 1923 heiratete er die geschiedene Martha Koch, die schon Mutter von zwei Kindern war. 1925 zog Dix nach Berlin und nahm auch an der Wanderausstellung neue Sachlichkeit teil. Von 1927 bis 1933 hatte er eine Professur an der Kunstakademie Dresden.

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Nach der Machtergreifung wurde er entlassen. 1937 wurden zahlreiche seiner Werke als „entartete Kunst“ diffamiert. 260 seiner Bilder wurden aus den deutschen Museen beschlagnahmt. Die Kunst von Dix durfte fortan nicht mehr ausgestellt werden. 1945 wurde er zum Volkssturm eingezogen und geriet in französische Gefangenschaft. Nach dem Krieg wechselte er seinen Aufenthalt mehrfach zwischen beiden deutschen Staaten. 1959 erhielt er das Große Bundesverdienstkreuz und den Cornelius-Preis der Stadt Düsseldorf. 1966 wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Gera ernannt. 1969 starb er in Singen am Hohentwiel an einem Schlaganfall. Sein Grab befindet sich in Hemmenhofen am Bodensee.

Albrecht Dürer

*21.5.1471 (Nürnberg, Deutschland)

† 6.4.1528 (Nürnberg, Deutschland

Renaissance

Die meisten Werke von Albrecht Dürer beherbergt die Albdertina in Wien. In Deutschland ist die Alte Pinakothek in  München die fleißigste Sammlerin.

Albrecht Dürers Vater, Albrecht der Ältere stammte aus Ungarn und kam aus dem Ort Ajtosi (Ajtos, ungarisch für: Tür). Er wanderte nach Deutschland aus und nannte sich Türer (der aus Tür stammende). Sein Sohn Albrecht passte den Namen der oberfränkischen Mundart an, die keine harten Konsonanten mag (B statt P, D statt T, G statt K) und nannte sich fortan Albrecht Dürer (der Jüngere).

Albrecht Dürer wuchs in einer kinderreichen Familie auf. 18 Kinder gebar seine Mutter im Laufe ihres Lebens; die Kindertage überlebten nur drei. Albrecht kam als drittes Kind der Eheleute zur Welt. Sein Vater war Goldschmied. Als er 13 Jahre alt war, verließ er die Schule und ging bei seinem Vater in die Lehre, um eines Tages seine Werkstatt fortführen zu können. Heute noch erhalten ist sein erstes Selbstporträt mit 13 Jahren, das sein Talent belegt (heute zu bewundern in der Albertina in Wien). Mit 15 begibt er sich in die Werkstatt des Malers Wolgemuth und lernt dort 2 Jahre. Von 1490 bis 1494 ist Dürer auf Wanderschaft, die ihn auch ins Elsass führt. Dürer kehrt nach Nürnberg zurück, um die Tochter einer angesehenen Nürnberger Familie zu heiraten. 1505 bricht er zu einer zweijährigen Reise durch Italien auf und trifft dort u.a. Tizian. Schon zu Lebzeiten von Dürer wird die Geschichte erzählt, dass der Maler Giovanni Bellini Dürer in Venedig in seinem Atelier besuchte und ihn fragte, mit welchem Pinsel er denn so perfekt Fell von Tieren darstellen könne. 

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Dürer nahm seinen Pinselköcher, in dem sich Pinsel von ganz breit bis ganz dünn befanden und erklärte: Nimm Dir, welchen Du willst, ich kann es mit jedem Pinsel. Dürer wird immer erfolgreicher und erhält Aufträge u.a. von den Fuggern und Kaiser Maximilian. 1518 war Dürer Vertreter der freien Reichsstadt Nürnberg auf dem Reichstag in Augsburg. 1520 bricht Dürer mit seiner Frau nach Antwerpen auf, um von hier aus verschiedene kürzere Reisen in den Niederlanden zu unternehmen. Er wird verehrt und hofiert. Der Magistrat von Antwerpen bot ihm ein attraktives Gehalt, Steuerfreiheit und ein schönes Haus u.a.m. an, wenn er in Antwerpen bliebe. Dürer blieb nicht, sondern ging zurück nach Nürnberg. In seinen letzten Jahren widmet er sich der Kunsttheorie und Mit 56 Jahren stirbt Dürer an einer Krankheit, die nicht gesichert bekannt ist. Dürer hinterließ keine Kinder, aber eine Fülle von Kunstwerken unterschiedlichster Machart, u.a. circa 100 Kupferstiche, rund 300 Holzschnitte, circa 1.000 Zeichnungen und Aquarelle sowie circa 100 Ölgemälde. Weniger bekannt ist, dass Dürer sich auch der Mathematik verschrieben hatte. Von ihm stammt das erste Mathematikbuch in deutscher Sprache.

Dominikus Theotokópoulos 

"El Greco"

*1.10.1541 (Iraklion, Griechenland)

† 7.4.1614 (Toledo, Spanien)

Manierismus

In Toledo gibt es ein Museo Del Greco.  Auf Kreta gibt es ebenfalls ein kleineres El-Greco-Museum mit Replikaten von El Greco.

Die meisten Bilder findet man in Toledo gefolgt vom Prado in Madrid.

El Greco war ein Maler aus Griechenland. Über seine Kindheit ist wenig bekannt. Sein Vater arbeitete für den Venezianischen Staat als Steuerbeamter (Kreta war 1204-1669 Kolonie der Republik Venedig). Die Familie gehörte der Mittelschicht an und es gab einen kulturellen und sprachlichen Austausch mit Venedig, was El Greco beeinflusst haben dürfte. Mit Ende 20 war er auf Kreta als Maler sehr anerkannt. Seine erste Reise führte ihn nach Venedig. Es gibt unterschiedliche Informationen darüber, ob er in dieser Zeit in der Werkstatt für Tizian arbeitete oder nicht. Jedenfalls soll er sich für die Werke von Tizian und Tintoretto im besonderen Maße interessiert haben. Im Anschluss hieran reiste er weiter nach Rom, Madrid und schließlich nach Toledo, wo er sein restliches Leben verbrachte. Er wurde Vater; die Mutter des gemeinsamen Sohnes verstarb früh. Die Malwerkstatt von El Greco lief recht gut und gestattete ihm ein sorgenfreies Leben. Sein Sohn arbeitete später in der Werkstatt mit und konnte sich ebenfalls als Maler etablieren. In Toledo entwickelte El Greco seinen manieristischen Malstil mit überzogen dünnen und länglichen Körpern; Er hatte einen herausragenden, sehr individuellen Malstil. In seinen Bildern herrschen rosa, violett, Gelb- und Grautöne vor. Auch erkennt man erste Ausläufer des Frühbarock mit starken Schatten- und Lichtkontrasten. Er hinterließ schätzungsweise knapp 300 Gemälde, als mit 73 Jahren verstarb

Yves Klein

*28.4.1928 (Nizza, Frankreich)

† 6.6.1962 (Paris, Frankreich)

Nouveau Réalisme

Die meisten Yves Klein Bilder hängen im MAMAC (Musée d’Art Moderne et d’Art Contemporain) in Nizza sowie im Centre Pompidou in Paris.

In Deutschland hängen die meisten Bilder im Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen.

Viele seiner Bilder sind schon am Monochromblau (ein Werk heißt denn auch Monochrome bleu), Rosa oder an der Goldfarbe von weitem zu erkennen. Der Künstler, der sie malte, war von außen betrachtet so, wie man sich einen Künstler vorstellt. Wild, schillernd und ein bisschen durchgeknallt. Er gilt als Avantgardekünstler, der ein Wegbereiter der Pop-Art war. Bei seinen Anthropometrie-Werken nutzte er weibliche Modelle als Druckstempel.

Mit Farbe bestrichene, nackte Frauen mussten sich dafür auf weißes Leinen legen und so ihren Körper abdrucken.  Auch erstellte er eine Fotoserie , bei der er sich von einem Gebäude im 1. Stock auf die Straße fallen ließ. Eine perfekte Fotomontage, wie später bekannt gegeben wurde. Er landete tatsächlich weich.

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Yves Klein wuchs als Sohn eines Künstlerehepaars in Paris und Nizza auf. Liegend signierte er sein erstes monochromblaues (und virtuelles) Bild, den Himmel am Strand von Nizza. Ihn faszinierte die Farbe Blau immer wieder. 1955 zog er nach Paris und begründete die Monochromien, eine Bildfolge monochromer Bilder. Er mischte seine eigene Farbe und ließ sie vom Patentamt INP registrieren. 1962 heiratete Yves Klein. Wenige Monate nach der Heirat, am 6.6.1962 starb Yves Klein an einem Herzinfarkt. Genau zwei Monate später kam sein Sohn zur Welt.

Yves Klein

*28.4.1928 (Nizza, Frankreich)

† 6.6.1962 (Paris, Frankreich)

Nouveau Réalisme

Die meisten Yves Klein Bilder hängen im MAMAC (Musée d’Art Moderne et d’Art Contemporain) in Nizza sowie im Centre Pompidou in Paris.

In Deutschland hängen die meisten Bilder im Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen.

Viele seiner Bilder sind schon am Monochromblau (ein Werk heißt denn auch Monochrome bleu), Rosa oder an der Goldfarbe von weitem zu erkennen. Der Künstler, der sie malte, war von außen betrachtet so, wie man sich einen Künstler vorstellt. Wild, schillernd und ein bisschen durchgeknallt. Er gilt als Avantgardekünstler, der ein Wegbereiter der Pop-Art war. Bei seinen Anthropometrie-Werken nutzte er weibliche Modelle als Druckstempel.

Mit Farbe bestrichene, nackte Frauen mussten sich dafür auf weißes Leinen legen und so ihren Körper abdrucken.  Auch erstellte er eine Fotoserie , bei der er sich von einem Gebäude im 1. Stock auf die Straße fallen ließ. Eine perfekte Fotomontage, wie später bekannt gegeben wurde. Er landete tatsächlich weich.

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Yves Klein wuchs als Sohn eines Künstlerehepaars in Paris und Nizza auf. Liegend signierte er sein erstes monochromblaues (und virtuelles) Bild, den Himmel am Strand von Nizza. Ihn faszinierte die Farbe Blau immer wieder. 1955 zog er nach Paris und begründete die Monochromien, eine Bildfolge monochromer Bilder. Er mischte seine eigene Farbe und ließ sie vom Patentamt INP registrieren. 1962 heiratete Yves Klein. Wenige Monate nach der Heirat, am 6.6.1962 starb Yves Klein an einem Herzinfarkt. Genau zwei Monate später kam sein Sohn zur Welt.

Roy Lichtenstein

*27.10.1923 (New York, USA)

† 29.9.1997 New York, USA)

Pop Art

Die größten Sammlungen von Roy Lichtenstein haben die National Gallery of Art (Washington) und das Art Institute of Chicago. In Europa hat das Museum Ludwig die größte Sammlung

Roy Lichtenstein war ein führender Künstler (Maler, Bildhauer) der Pop-Art-Bewegung. Er wuchs in New York in einer jüdischen Familie auf. Sein Vater war Immobilienmakler. RL besuchte eine Privatschule, an der es keinen Kunstunterricht gab. Er begann als Jugendlicher zu zeichnen und besuchte als 16-jähriger Kunstkurse. Er war von Pablo Picasso inspiriert. Später begann er mit dem Kunststudium. Das Studium unterbrach er durch den Militärdienst in Europa während des II. Weltkriegs (1943-45) und beendete es 1950. Er experimentierte mit dem Expressionismus und Action Painting und lehrte an Hochschulen. 1961 begann er die industrielle Drucktechnik nachzuahmen und erstellte die ersten Bilder, die auch aus Comics bekannte Sprechblasen besaßen (Bild: „Look Mickey“).

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Mit diesem Stil gelang ihm der Durchbruch. Im selben Jahr malte er 6 weitere Bilder in diesem Stil und konnte fortan nur von seiner Kunst leben. In weiteren Werken verarbeitete er die Maltechnik von Pablo Picasso in seinen „Drucktechnik“-Bildern. Später nahm er sich auch Werke von anderen Künstlern (z.B. Monet, Matisse, Mondrian) vor. Lichtensteins Werke wurden auf der Dokumenta 4 (1968) und 6 (1977) ausgestellt. 1996 erhielt er von der George-Wahington-University den Doktor h.c. verliehen. Er starb am 29.9.1997 an den Folgen einer Lungenentzündung. Sein Oeuvre umfasst etwa 4.500 Kunstwerke.

Max Liebermann

*20.7.1847 (Berlin, Deutschland)

† 8.2.1935 (Berlin, Deutschland)

Impressionismus

In Berlin am Wannsee gibt es die Liebermann – Villa, die auch eine eigene Sammlung von Liebermann – Werken beheimatet.

Max Liebermann wurde als eines von fünf Kindern in eine jüdischen Industriellenfamilie hineingeboren. Liebermann ging nicht gern zur Schule. Er besuchte die städtische Realschule und zeichnete in der Freizeit gern. Als Max 10 Jahre alt war, kaufte sein Vater Louis das repräsentative Palais Liebermann am Pariser Platz 7 in Berlin, direkt am Brandenburger Tor gelegen. Mit 12 Jahren begleitete er seine Mutter zur Malerin Antonie Volkmar, die ein Portrait von der Mutter anfertigen sollte. Die Zeit vertrieb er sich dabei ebenfalls mit Zeichnen. Die Malerin erkannte das Talent und so gewannen die Eltern die Überzeugung, Max an schulfreien Nachmittagen privaten Malunterricht nehmen zu lassen. Liebermann wechselte auf das Gymnasium und machte 1866 Abitur. 

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Liebermann begann Chemie zu studieren, tat es aber nur zurückhaltend. Vielfach nutzte er die universitäre Freiheit für Ausritte und für die Kunst. Nach einer kurzen Unterbrechung im Deutsch-Französischen Krieg zog er nach Düsseldorf. 1872 stellte er sein erstes großes Gemälde bei einer Kunstausstellung in Hamburg vor (Die Gänserupferinnen). Die Kritiker lobten das Handwerk, fanden aber die Darstellung an sich als unästhetisch. Sein zweites großes Werk (Die Konsersvenmacherinnen) schickte er zur Ausstellung nach Antwerpen. Seine Kunst erhielt den Beinamen „Schmutzmalerei“. Käufer fanden sich gleichwohl. 1873 zog er um nach Paris. Es folgten Aufenthalte in den Niederlanden und Italien. 1884 heiratete er Martha Marckwald, die einer jüdischen Kaufmannsfamilie entstammte. 1895 wurden seine Werke auf der ersten Biennale in Venedig ausgestellt. 1897 wurde er zum Professor an der Königlichen Akademie der Künste in Berlin ernannt. 1909 kaufte Liebermann die Villa am Wannsee, die heute das Liebermann-Museum beherbergt. 1912 verlieh ihm die Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin die Ehrendoktorwürde.

Als am 30.1.1933 ein NS-Fackelzug an seinem Haus am Pariser Platz 7 vorbeizog sagte er: Ick kann jar nich soville fressen, wie ick kotzen möchte.“ Er erhielt noch im selben Jahr ein Arbeitsverbot. 1935 starb Liebermann in seinem Haus. Freunde versuchten seine Frau in die Schweiz und damit in die Sicherheit zu holen. Das misslang. Einen Tag vor ihrer Deportation nahm sie Gift und fiel ins Koma. Am 10.3.1943 starb sie im Krankenhaus. Ihre Tochter Käthe konnte mit ihrem Mann in die USA fliehen.

René Magritte

*21.11.1898 (Lessines, Belgien)

† 15.8.196 (Schaerbeek (Belgien)

Art déco, Kubismus, Post-Impressionismus, Dadaismus

Es gibt zwei Magritte-Museen in Brüssel. Eines befindet sich in seinem Wohnhaus in der Rue Esseghem 135 in Jette und das andere Museum in Brüssel im Zentrum.

Magritte hatte ein einschneidendes Erlebnis in seiner Jugend. Seine Mutter beging 1912 Selbstmord. Sie ertränkte sich im Fluss Sambre. Magritte war anwesend, als die leblose Mutter aus dem Wasser gezogen wurde. Dieses Erlebnis traumatisierte ihn. Er floh sich in die Lektüre von Fantomas-Romanen. Nach dem Gymnasium studierte er zwei Jahre an der Brüsseler Akademie der schönen Künste. Während seines Studiums schuf er kubistisch-futuristische Arbeiten. 1922 heiratete er sein frühes Modell Georgette Berger. Die Ehe sollte bis zu seinem Tod halten. Magritte verdiente sich sein Geld zunächst als Musterzeichner in einer Tapetenfabrik. Magritte war mit Miró, Hans Arp und später auch mit Dalí befreundet. 1924 wechselt er die Anstellung und beginnt  als Werbegrafiker. Ab 1925 fängt Magritte an, surrealistische Bilder zu malen. 1927 bekommt Magritte seine erste Einzelausstellung und zieht danach für rund 3 Jahre nach Paris. 1936 wurden Bilder von ihm im Museum of Modern Art bei der Ausstellung „Fantastic Art, Dada, Surrealism“ gezeigt. 1956 stellte er auf der Documenta aus. 1967 starb Magritte in seinem Haus unerwartet an Krebs.

Éduard Manet

*23.1.1832 (Paris, Frankreich)

† 30.4.1883 (Paris, Frankreich)

Realismus, Impressionismus

Die größte Sammlung von Werken Monets befindets ich im Musée d´Orsay in Paris. In Deutschland gibt es nur wenige Museen mit wenigen Bildern. Einen Überblick kann man hier sehen.

Eduard Manet war Kind einer wohlhabenden Pariser Familie. Sein Vater war Richter und arbeitete im Justizministerium, seine Mutter war von adeliger Abstammung.

Für ihn war eine Karriere bei der Marine vorgesehen. Allerdings fiel er durch die Aufnahmeprüfung durch. Um seine Chancen für die Wiederholungsprüfung zu verbessern, segelte er mit einem Schulschiff nach Brasilien. Aber auch die Wiederholung gelang nicht. Er interessierte sich ohnehin eigentlich mehr für Kunst. Er konnte seinen Vater anschließend davon überzeugen, eine künstlerische Laufbahn einzuschlagen. Dieser willigte schließlich ein, forderte aber im Gegenzug eine solide Ausbildung. Dem entsprechend trat er 1850 in das Atelier des akademischen Malers Thomas Couture ein, wo er sechs Jahre lang lernte.

Ein erster Achtungserfolg gelang ihm, als der Pariser Salon eines seiner Bilder für die Ausstellung (Der Spanische Sänger) aufnahm. Danach geriet er allerdings vor allem wegen der Bildgestaltung immer stärker in die Kritik.

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1863 heiratete er seine niederländische Klavierlehrerin und Modell Suzanne Leenhoff. Aus der Verbindung ging ein Junge hervor.

Manet eckt immer wieder beim Pariser Salon und den Kunstkritikern an. Die Jury des Salon hat indessen schon den Ruf, moderne Künstler reihenweiser abzulehnen und auch Bestechung wird kolportiert. Napoleon III. initiiert daher später eine Ausstellung der Refusés, die zwar große Aufmerksamkeit findet, der aber der Ruhm versagt bleibt.

Manet starb mit 51 Jahren an den Spätfolgen einer Syphilis-Erkrankung; er hinterließ 420 Gemälde.

"Michelangelo" Buonarroti

*6.3.1475 (Caprese, Italien)

† 18.2.1564 (Rom, Italien)

Renaissance

Mit dem Leben von Michelangelo beschäftigen sich das Casa Buonarroti (das ehemalige Wohnhaus) und im Geburtshaus in Caprese gibt es ein weiteres  Museum.

Michelangelos David und viele seiner Werke befinden sich in der Galleria dell´Accademia.

Michelangelo war schon zu Lebzeiten ein Star, wie ihn die Kunstwelt bis dahin noch nicht gesehen hatte. Giorgio Vasari, selbst bedeutender Künstler und Wegbegleiter Michelangelos, bezeichnete ihn in seiner Künstlerbiographie als einen „göttlichen Künstler“ und „den größten Künstler aller Zeiten“.

Er war der zweite Sohn von fünf Söhnen der Familie Buonarroti. Als er noch Säugling ist, erkrankt die Mutter schwer und der Vater gibt ihn zu einer Amme, die mit einem Steinmetz verheiratet ist. Michelangelos Mutter verstirbt als er 6 Jahre alt ist. Mit 10 Jahren kehrt er zu seiner Familie zurück, die inzwischen in Florenz lebt. Diese ersten Lebensjahre machten ihn mit dem Werkstoff und der Arbeit vertraut, die ihn sein ganzes Leben begleiten sollte. Der Vater sieht es nicht gern, aber der Sohn malt gern. Seine Begabung zeigt sich schon im Bild „Die Versuchung des heiligen Antonius“. Er ist erst 12 oder 13 Jahre alt, als er dieses Bild malt. Er setzt sich durch und darf zum Maler Domenico Ghirlandaio in die Werkstatt gehen, wo er sich mit den Grundlagen der Freskokunst vertraut macht. Mit 14 geht er in die Kunstschule von Lorenzo di Medici. Wegen tiefgreifender politischer Veränderungen in Florenz zieht Michelangelo mit 21 Jahren nach Rom.

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Von einem französischen Kardinal erhält Michelangelo mit gerade 22 Jahren den Auftrag, aus Marmor eine Pietà (die heilige Maria mit dem Leichnam Jesu Christi) zu erstellen. Fast zwei Jahre lang arbeitet er wie besessen an dem Kunstwerk. Die Pietà ist in ihrer Darstellung außerordentlich. Maria ist wunderschön, keine leidende, alte Frau und Jesu Christi sieht nicht aus wie ein Leichnam. Die Kombination von Ästhetik und Dramaturgie fordert den Betrachter heraus. Die Pietà ist das einzige Werk, das Michelangelo signierte. Danach muss er das nicht mehr. Er war fortan weltberühmt.

1501 erhält er von der Dombauhütte in Florenz den Auftrag, aus einem  7 Meter-Marmorstein einen David zu schlagen. Der riesige Marmorblock lag schon 25 Jahre für diese Arbeit bereit. Mehrere Bildhauer vor ihm scheiterten daran, ihn zu bearbeiten. Über drei Jahre arbeitet Michelangelo an dem Projekt. Sein David ist hernach über 5 Meter hoch und wiegt noch immer rund 5,6 Tonnen.

1508 erhält er von keinem geringeren als dem Papst selbst den Auftrag, das Deckenfresko der Sixtinischen Kapelle  zu gestalten. Er bekommt volle Gestaltungsfreiheit. Michelangelo plant, die Schöpfungsgeschichte auf die rund 500m² große Decke zu malen. 115 Figuren malt er in rund 4 Jahren an die Decke der Sixtinischen Kapelle.

Gleich im Anschluss erhält er seinen vorletzten großen Auftrag, wieder für die Sixtinische Kapelle. Er soll die Altarwand mit deinem Gemälde des Jüngsten Gerichts versehen. Ein Auftrag, der ihn 5 Jahre in den Bann ziehen wird.

Heute, rund 500 Jahre später schauen sich pro Jahr 6 Millionen Menschen die Sixtinische Kapelle an, um Michelangelos Kunst zu bewundern. Welcher Künstler kann da noch – und das nach so vielen Jahren – mithalten? Der Louvre schafft es mit seinem gigantischen Kunstschatz pro Jahr 7,2 Millionen Besucher für sich zu gewinnen. Der Vollständigkeit halber soll freilich nicht verschwiegen werden, dass die übrigen Wände der Sixtinischen Kapelle ebenfalls von großartigen Künstlern wie Boticelli gestaltet wurden. Aber genau genommen ist das nur Zugabe, die kaum Erwähnung findet.

Damit ist Michelangelo mit seinem Schaffen noch nicht am Ende. Nun wird ihm schließlich der Auftrag erteilt, den Petersdom fertig zu bauen. Michelangelo wird nun auch zum Architekten und entwirft die größte freitragende Kuppel, die die Welt seiner Zeit kannte. Die Vollendung erlebt er nicht mehr. Er stirbt vorher, im Alter von 89 Jahren. Er war nie verheiratet und hatte keine Kinder. Sein ganzes Leben hatte er der Kunst verschrieben. Die Errichtung der Kuppel nach seinen Plänen wird noch rund 26 Jahre in Anspruch nehmen. Michelangelo war nicht nur Maler, Bildhauer und Architekt. Er schrieb auch Gedichte, die noch heute verlegt werden. Zum Abschluss der vita seine Zeilen:

Ich bin nicht tot,
ich tausche nur die Räume,
ich leb' in Euch und geh'
durch Eure Träume.

Claude Monet

*14.11.1840 (Paris, Frankreich)

† 5.12.1926 (Giverny, Frankreich)

Impressionismus

Die größte Sammlung von Werken Monets befindets ich im Musée Marmottan in Paris. In Deutschland hat das Museum Barberini Potsdam die größte Sammlung von Monet. 

Monets Eltern ziehen nach Le Havre als Monet 5 Jahre alt ist. Schon in jungen Jahren zeigt sich sein künstlerisches Talent. Er zeichnet als Jugendlicher Karikaturen und kann sie über ein Bilderrahmengeschäft verkaufen. Mit 15 ist Monet in der ganzen Stadt schon als Karikaturist bekannt. Er liebte es ans Meer oder zu den Klippen zu gehen. 1861 erhielt Monet die Einberufung in den 7 Jahre dauernden Militärdienst und wurde zur Kavallerie nach Algerien entsandt. Nach einem Jahr wurde er wegen Typhus beurlaubt. Seine Tante kaufte ihn, was zulässig war und 3.000 Francs kostete, schließlich vom restlichen Wehrdienst frei. Monet bewunderte die Werke Manets, mit dem er engen Kontakt hatte. Monet wollte es vermeiden, zum Kriegsdienst im Krieg gegen Deutschland eingezogen zu werden und floh 1870 nach London. Er gründete 1873 mit anderen Künstlern eine Vereinigung, um Bilder auszustellen. Die erste Gruppen-ausstellung fand 1874 in Paris statt. 

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Monet stellte hier u.a. das Werk: „Impression – Sonnenaufgang“, das Monet 1872 in Le Havre gemalt hatte, aus. Der Kritiker Leroy veröffentlichte eine abwertende Rezension in der Zeitschrift „Le Charivari“ und bezeichnete die Sammlung als „Die Ausstellung der Impressionisten“. Dies war der Beginn der Bezeichnung des „Impressionismus“. 1883 reist er gemeinsam mit Renoir an die französische Mittelmeerküste, 1884 folgten künstlerische Reisen an die Riviera und nach Holland. Monet hatte über viele Jahrzehnte finanzielle Probleme, die erst durch eine Zusammenarbeit mit einem Galeristen und eine kleine Erbschaft besser wurden. Monet mietete ein Haus in Giverny, nahe Paris, das er später kaufte und den Garten umgestaltete. Er lies exotische Pflanzen anpflanzen und lies eine Holzbrücke nach japanischen Stil errichten. In seinem Garten holte er sich die Inspiration für seine berühmten Seerosenbilder. 1892 legitimierte er die Beziehung zu seiner Frau mit der er mehrere Kinder hatte, durch Heirat. 1899 unternahm Monet mehrere Reisen nach London. 1904 fuhr er mit einem Auto nach Madrid. Er fuhr oft zu schnell, was ihm Ärger mit der Polizei einbrachte; allerdings gab es auch noch keine komplexen Geschwindigkeitsbeschränkungen, wie man sie in unseren Tagen kennt. In den letzten Lebensjahren wurde seine Sehkraft krankheitsbedingt schlechter. Später konnte ihm durch eine Operation geholfen werden; Depressionen hinderten ihn aber daran, wieder produktiv zu arbeiten. 1826 starb Monet in Giverny. Monet hinterließ rund 2.000 Gemälde, davon widmete er allein 250 den Seerosen.

Pablo Picasso

*25.10.1881 (Málaga, Spanien)

† 8.4.1973 (Mougins, Frankreich)

Realismus, Kubuismus, Surrealismus

Es gibt das Musée Picasso in Paris und das Museo Picasso Málaga. In Münster gibt es ebenfalls ein Picasso-Museum, das auf Radierungen spezialisiert ist.

Der Vater von Picasso war freischaffender Maler und Lehrer an einer Kunstgewerbeschule. Picasso hatte zwei jüngere Schwestern. Schon mit 7 Jahren begann Picasso zu malen. Mit 9 Jahren erstellte er schon sein erstes Ölgemälde „Picador“, das einen Stierkämpfer in der Arena zeigt. Mit 10 Jahren wurde er an der Schule für Bildende Künste aufgenommen. Die Familie zog nach Barcelona. Hier ging Picasso mit 14 Jahren zur Kunstakademie und durfte zwei Klassen überspringen. Mit 19 Jahren gab es die erste Picasso-Einzelausstellung. 1907 lernte er Georges Braque kennen, der eine ähnliche Maltechnik in Kuben anwandte. Die Bilder sahen sich erstaunlich ähnlich. Die beiden sahen sich 1908 und 1909 beinahe täglich und malten. Sie begründeten den Kubismus und gewannen auch den spanischen Maler Juan Gris für ihren Stil, der inzwischen Ateliernachbar von Picasso war.

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1911 geriet Picasso mit seinem Freund Apollinaire in den Verdacht, am Diebstahl der Mona Lisa im Louvre beteiligt zu sein. Es klärte sich alles auf und die Mona Lisa und ihr Täter wurden zum Jahresende (wieder) aufgefunden.

Die Ereignisse des Spanischen Bürgerkriegs verstörten Picasso und in dessen Folge entstand wohl auch sein berühmtestes Bild „Guernica“. Die Stadt Guernica wurde durch die deutsch Legion Condor im Auftrag der nationalistischen Putschisten unter Franco bombardiert und fast völlig zerstört.

1939 widmete das Museum of Modern Art eine Retrospektive, die Picasso in Übersee bekannt machte.

1971 fand eine Retrospektive im Louvre in Paris zu Picassos 90. Geburtstag statt. Er war der erste Künstler, dem diese Auszeichnung schon zu Lebzeiten gewährt wurde. Picasso war ein extrem produktiver Künstler mit geschätzten 50.000 Werken, die er erschuf. Das Bild „Les Femmes D´Alger“ wurde 2015 für knapp 180.000.000 US-Dollar bei Christies versteigert. Picassos Werke wurden auf der documenta 1,2,3,6 und 8 gezeigt.

Jackson Pollock

*28.1.1912 (Cody, USA)

† 11.8.1956 (Springs, USA)

Abstrakter Expressionismus, Actionpainting

Die größte Sammlung von Pollock-Werken besitzen das MoMa und das Guggenheim in New York. In Deutschland dürfte das Museum Ludwig über die größte Sammlung verfügen.

“Jack the Dripper” war sein Spitzname. Pollock gilt als Begründer des "Action - Paintings" und hat sich damit berühmt gemacht. Viele seiner Bilder wurden mit dem sog. „Drip-Painting-Verfahren“ erstellt, bei dem er die Farbe auf die großformatigen Leinwände träufelte. Pollock wuchs in ärmlichen Verhältnissen einer Arbeiterfamilie auf. Pollock besuchte als Teenager im Alter von 13 bis 15 die Manual Arts High School in Los Angeles. Nach einem Intermezzo als Landvermesser studierte er von 1929 bis 1931 an der Arts Students League in New York. Er entwickelte früh dasselbe Alkohol- und Gewaltproblem, das schon sein Vater hatte und der starb, als Pollock erst 21 war (1933). 1935 erhielt er eine Anstellung bei dem Federal Arts Project, einem staatlichen Hilfsprojekt , das u.a. Künstler während der Weltwirtschaftskrise unterstützte. 

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Zwischen 1932 und 1942 unterzog sich Jackson Pollock mehreren Therapien gegen seine Trunksucht. 1942 lernte er seine spätere Ehefrau Lee Krasner kennen. 1943 malte er das Bild „She-Wolf“, das er an das Museum of Modern Art in New York für 650 US-Dollar verkaufte. 1945 heiratete er Lee Krasner. Sie, selbst Künstlerin förderte die Karriere ihres Mannes, indem sie ihn vielen Sammlern, Kritikern und Künstlern vorstellte. So wurde Peggy Guggenheim einer der bedeutenden frühen Förderer von Pollok. Sie richtete 1943 seine erste Einzelausstellung aus.

1950 stellte Pollock auf der Biennale in Venedig aus. Sein produktivstes Jahr. Er erstellte 50 Gemälde. 1956 verursachte Pollock im Alter von 44 Jahren alkoholisiert einen schweren Autounfall, bei dem eine Mitfahrerin und er ums Leben kamen. Heute zählen Jackson Pollocks Bilder zu den teuersten der Welt. Number 5 wurde 2006 für 140.000.000 US-Dollar, Number 17A wurde 2016 für 200.000.000 US-Dollar verkauft. Nr. 7A wurde von Christies im Mai 2026 für 181.200.000 US-Dollar in neue Hände gegeben.

Raffael (Raffaello Sanzio)

*6.4.oder 28.3.1483 (Urbino, Italien)

† 6.4.1520 (Rom, Italien)

Hochrainassance

Viele Werke können in den Vatikanischen Museen und in den Uffizien in Florenz sowie der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden besichtigt werden. Eine umfangreiche Sammlung von über fünfzig Werkkopien Raffaels, befindet sich im Orangerieschlosses in Potsdam. Die Nachbildungen haben überwiegend Originalgröße.

Raffael war Maler und Architekt. Er gilt als einer der bedeutendsten Künstler der italienischen Hochrenaissance. Bis weit in das 19. Jahrhundert hinein galt er als größter Maler aller Zeiten. Als er mit nur 37 Jahren starb, hatte er als Künstler eine solche Bedeutung, dass ihn vier Kardinäle zu Grabe trugen und Papst Leo X. der Beerdigung im Pantheon beiwohnte und vor dem Leichnam niederkniete. Raffael verlor schon mit 8 Jahren seine Mutter und mit 11 Jahren seinen Vater, der selbst Hofmaler des Fürsten von Urbino war und ihn in jungen Jahren unterrichtete. Mit 11 Jahren ging er nach Perugia und trat als Schüler in die Werkstatt von Pietro Vanucci ein. 1504 ging er nach Florenz, wo schon Michelangelo und Leonardo da Vinci Berühmtheit erlangt hatten. Alle drei kannten sich. Michelangelo und Leonardo da Vinci waren Rivalen und lehnten einander ab. Raffael wurde von Leonardo da Vinci bewundert. Er studierte seine Maltechnik, die er angeblich bei der Mona Lisa anwendete. Er wurde nach Rom berufen und erhielt dort zahlreiche Aufträge, vor allem von der Kirche. 1514 wurde er zum Architekten und Bauleiter der neuen Peterskirche ernannt.

Rembrandt Hamenzoon van Rijn

*15.7.1606 Leiden (Niederlande)

† 4.10.1669 Amsterdam (Niederlande)

Barock

Es gibt ein Rembrandt-Museum in Amsterdam (Museum Het Rembrandthuis), dem Haus, in dem Rembrandt von 1639-58 lebte und arbeitete. Das Rijksmuseum in Amsterdam besitzt die meisten Bilder von Rembrandt (22), gefolgt von der Gemäldegalerie in Berlin (20)und dem Metropolitan Museum of Art in New York (20)

Bild

Bild

Bild (nicht Rembrandt)

 

Man kennt ihn nur unter seinem Vornamen Rembrandt. Das liegt auch daran, dass er seine Werke nicht mit seinem Nachnamen van Rijn signierte, sondern wie die „Großen“ aus Italien (Raffael, Michelangelo, Tizian) nur mit seinem Vornamen. Rembrandt kam als 8. der 9 Kinder eines Müllers und einer Bäckerstochter in Leiden zur Welt. Nach 4 Jahren Grundschule und 4 Jahren Lateinschule schrieb er sich mit 14 Jahren an der Universität zu Leiden für das Fach Philosophie ein. Das Studium brach er bald ab, um von 1620 bis 1624 eine Ausbildung als Maler zur durchlaufen. 1625 eröffnete er mit einem Freund ein gemeinsames Atelier und über Verbindungen war es ihm möglich, zwei Bilder an die englische Krone zu verkaufen. 1631 zog er nach Amsterdam. Schon nach kurzer Zeit erhält er von wohlhabenden Bürgern der Stadt Porträtaufträge. Ein Jahr später erhielt Rembrandt einen Auftrag der Amsterdamer Chirugengilde sie bei einer Sektion zu malen.1634 heiratete Rembrand Saskia von Uylenburgh, eine Nichte seines Kunsthändlers. Sie stammte aus wohlhabenden Zuhause und bei Rembrandt liefen die Geschäfte auch gut. Ein Leben auf der Sonnenseite. Er wurde kritisiert, weil er so großspurig, für seine Verhältnisse zu großspurig lebte. Zwischen 1635 und 1640 bekam das Ehepaar nacheinander drei Kinder, die alle wieder alsbald verstarben. 1641 kam das vierte Kind, der Sohn Titus zur Welt. Er überlebte.

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Ein Jahr später stellte Rembrandt sein berühmtes Werk „Die Nachtwache“ fertig und wurde gleichzeitig Wittwer. Der  Tod seiner Frau stürzt ihn in eine tiefe Depression, die ihn am Arbeiten hinderte. Die finanzielle Lage von Rembrandt verschlechterte sich allmählich. 1656 überschrieb Rembrandt sein Haus seinem Sohn Titus, kurz bevor er zahlungsunfähig wurde. 1665 wurde sein Sohn volljährig und erhielt sein Erbe ausgezahlt. Drei Jahre später heiratete sein Sohn und verstarb kurz darauf. Rembrandt zog zu seiner Schwiegertochter, die kurz darauf einen Enkel gebar. Ein Jahr später verstarb Rembrandt. Seine Enkeltochter blieb kinderlos. Er hinterließ gut 300 Gemälde. So genau kennt niemand die Zahl, weil einzelne Bilder inzwischen aus dem Werkverzeichnis genommen wurden (z.B. der Mann mit dem goldenen Helm), andere hingegen wurden als Werke von Rembrandt identifiziert, die man zuvor für Bilder von Schülern Rembrandts erachtete. So wurde 2007 ein Bild eines Rembrandt – Schülers versteigert. Auktionspreis 1.600 Pfund. Es stellte sich später heraus, dass es ein echter Rembrandt ist. Das Getty-Museum in Los Angelos kauft es 6 Jahre später für 16. Mio. US-Dollar.

Den Wert der Rembrandt Bilder erkennt man auch an den "Hochzeitsporträts" (Ehepaares Maerten Soolmans und Oopjen Coppit) des niederländischen Altmeisters. Sie standen im Eigentum der Familie Rothschild. Frankreich und Holland schlossen sich zusammen, um es 2015 für 160 Millionen Euro zu kaufen. Es gibt die Vereinbarung, dass die Bilder im Turnus von 5 Jahren in Amsterdam im Rijksmuseum und anschließend 5 Jahre im Louvre in Paris hängen.

Leider werden Bilder von Rembrandt auch gerne gestohlen, so etwa beim größten Gemälderaub aller Zeiten 1990, bei dem u.a. Bilder von Rembrandt gestohlen wurden (vgl. Kunst A-Z) und nie wieder auftauchten. Anderen Bilder, wie das Portrait von Jacob de Gheyn III konnte man wieder habhaft werden, in allen vier Fällen, in denen das Bild gestohlen wurde. Es hat inzwischen dien Spitznamen „Take-away-Rembrandt“ bekommen.

Mark Rothko

*25.9.1903 (Daugavpils, Russland, heute: Lettland)

† 25.2.1970 (New York, USA)

Abstrakter Expressionismus, Farbfeldmalerei, Minimalismus

In Lettland gibt es ein Rothko Museum.  In Deutschland dürfte das Museum Ludwig in Köln über die meisten Bilder von Mark Rothko verfügen.

Markus Rothkowitz, floh als zehnjähriger mit seiner Mutter vor der antisemitischen Repression nach Portland, Oregon (USA), wo sein Vater (Apotheker) und seine Brüder bereits lebten. Der Vater starb kurz darauf, was ihn einschneidend traf. Ein in Yale begonnenes Studium brach er ab. 1923 Umzug nach New York. 1940 Änderung seines Namens. In den 1940igern gab er allmählich die figurative Darstellung auf und entwickelte die Farbfeldmalerei. Rothko litt an Depressionen. 1970 nahm er sich in seinem Atelier das Leben. Sein Nachlass wird von den beiden Kindern und der Pace Gallery verwaltet

Peter Paul Rubens

*28.6.1577 (Siegen, Deutschland)

† 30.5.1640 (Antwerpen, Belgien

Barock

In Antwerpen gibt es ein Rubensmuseum. Es ist im Gebäude, in dem Rubens lebte und seine Werkstatt hatte.

Gemälde von Rubens finden sich im Museo del Prado (90 Gemälde), in der Alten Pinakothek, im Kunsthistorisches Museum Wien (40 Gemälde),  im Königliches Museum für Schöne Künste (Antwerpen) und im Louvre (35-40 Gemälde)

Peter Paul Rubens war ein flämischer Maler, Gelehrter, Diplomat und Adliger im Ritterstand der englischen und spanischen Krone: alles selbst erschaffen. Man würde heutzutage konstatieren: Ein Leben auf der Überholspur. Er war Sohn einer wohlhabenden Familie. Sein Vater war ein in Flandern und Italien ausgebildeter Rechtsanwalt und Schöffe in Antwerpen. Seine Mutter (Maria Pypelinckx) gehörte einer sehr begüterten Kaufmannsfamilie an. Gleich zu Beginn der Vita stellt sich allerdings die Frage, warum ein Flämischer Maler als Geburtsort Siegen in Deutschland angeben musste. Das Geschehen um den Geburtsort ist die Geschichte einer sehr getreuen und starken Ehegattin. 1568, also knapp 10 Jahre vor seiner Geburt musste die Familie wegen Religionsunruhen aus Antwerpen fliehen und zog nach Köln. Sein Vater arbeitete hier u.a. als Berater und Vermögensverwalter. Einer seiner wichtigsten Klientinnen war Anna von Sachsen, der Gemahlin von Wilhelm von Oranien. Die beiden begannen eine Liaison, die allerdings aufflog (noch ehe die gemeinsame Tochter zur Welt kam). Auf einer Reise nach Siegen wurde sein Vater festgenommen und auf Schloss Dillenburg für zwei Jahre inhaftiert. Seine Ehefrau machte in dieser Zeit zahlreiche Eingaben und erreicht es, dass die Haft nach 2 Jahren in Hausarrest umgewandelt wird. Für diese Erleichterung bezahlt sie zudem eine Kaution von 6.000 Talern. Sie zieht mit ihren Kindern gen Süden und so verbringen die beiden noch weitere 5 Jahre in Siege. Keine leichte Zeit, denn Jan Rubens war neben dem Hausarrest auch mit einem Berufsverbot belegt.

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Hier kommt 1577 dann Peter Paul zur Welt und im selben Jahr stirbt auch Anna von Sachsen. Wieder war es die Ehefrau von Jan Rubens, die nun mit Eingaben erreichte, dass die Strafe für Ihren Mann Jan erlassen wurde. Sie konnten wieder nach Köln ziehen. Hier wächst Peter Paul bis zu seinem 10. Lebensjahr auf. 1587 stirbt sein Vater mit nur 57 Jahren und seine Mutter nimmt dies zum Anlass, nach Antwerpen zurück zu kehren. 1595 bis 1598 genoss Rubens eine künstlerische Ausbildung und trat 1600 eine mehrjährige Reise an, die ihn nach Italien (u.a. Venedig, Rom, Genua) und Spanien (Madrid) führen sollte. 1608 kehrte er nach Antwerpen zurück und heiratete ein Jahr später Isabella Brant. Aus der Ehe gingen 3 Kinder hervor. In den folgenden Jahren baut er seine Werkstatt kontinuierlich aus. Er erkennt die Chancen eines boomenden Kunstmarktes. Die königlichen Höfe wollen Gemälde, die Kirche, die Adligen, Kaufleute und sonst wohlhabenden Bürger auch. Alle wollen sich und ihre Immobilien mit Kunst schmücken. Rubens effektiviert seine Arbeit. Er beschäftigt Lehrlinge und Maler, die er nach strengen Kriterien auswählt. Er zeichnet kleine Skizzen vor und lässt diese auf große Leinwände übertragen. Nach seiner Anweisung werden Flächen ausgemalt, Landschaften und Tiere gemalt. Er selbst machte dann das „finish“, vor allem der Personen. So konnte er seinen output steigern. Man konnte auch komplett von ihm gemalte Bilder kaufen; freilich für einen anderen Preis. Und um die Maschinerie weiter zu versorgen, machte er Werbung für sich und seine Kunst. Er ließ von seinen Werken Kopien als Kupferstiche anfertigen und druckte damit Werbegrafiken. Das Geschäft florierte. In seinem Werkleben entstanden rund 10.000 Kunstwerke, davon schätzungsweise 2.000 Gemälde. Qualität und Quantität machten ihn zu dem Aushängeschild der Kunst im Barock.

 

Rubens merkte einmal an: "Ich gebe zu, dass ich natürlicher dazu neige, groß angelegte Werke zu machen als kleine Kuriositäten." Dazu passt der monumentale Auftrag, den er Anfang der 20er Jahre erhielt. Maria de Medici, Tochter der berühmten und begüterten florentiner Familie und Ehefrau des französischen Königs Heinrich IV. (und Mutter von Louis XIII.) erteilte den Auftrag, zu ihrem Ruhm und den ihres Gatten eine Galerie von 24 Barockgemälden für den Palais du Luxembourg anzufertigen. Von 1622 bis 1625 kam Rubens dem Auftrag nach und lieferte pünktlich zur Hochzeit der Tochter des königlichen Paares. (Seit 1899 hängen die Bilder im Louvre im Saal 801. 2026 wurde der Saal geschlossen. Alle Bilder werden restauriert. Eine Wiedereröffnung ist für 2030 geplant.)

 

Isabella von Spanien (sie regierte ab 1598 für Ihren Vater Philipp II. die Spanischen Niederlande) stellt 1623 Rubens in den diplomatischen Dienst ein und erhob ihn ein Jahr später in den Adelsstand.1626 stirbt Rubens Frau an der Pest. 2 Jahre später reiste Rubens im diplomatischen Auftrag nach Madrid und traf hier u.a. auf Diego Velázquez. 1629 wurde er zum Sekretär des spanischen Staatsrates ernannt und nach London entsandt, um dort an den Friedensverhandlungen teilzunehmen (zwischen 1625 und 1630 waren Spanien und England in den 30-jährigen Krieg involviert). Noch im selben Jahr verlieh ihm die Universität Cambridge den Magistergrad. Im folgenden Jahr wurde er von König Karl I. in den Ritterstand erhoben. Wenige Tage später reiste Rubens wieder zurück in die Niederlande. Knapp ein Jahr später wird er durch König Philipp IV. in den spanischen Ritterorden aufgenommen.

1630 heiratet Rubens im Alter von 53 Jahren die 17-jährige Hélène Fourment. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor. Das letzte wurde erst nach dem Ableben von Rubens geboren. Zwischen 1631 und 1633 arbeitete er als Diplomat. Danach widmete er sich wieder verstärkt der Malerei. 1636 winkte wieder ein Großauftrag für die Barockwerkstatt Rubens. Philipp IV. wollte sein königliches Jagdschloss (Torre de la Paràda) mit Ölgemälden mit mythologischen Szenen ausstatten. Nicht weniger als 60 Ölgemälde sollten gefertigt werden. Rubens lieferte alle binnen drei Jahren (Mitte 1639) aus. Knapp ein Jahr später, am 27.5.1640 errichtete Rubens sein Testament und starb drei Tage später. Er wurde in Antwerpen in der Sint-Jacobskerk beigesetzt.

Es sind keine bekannten Künstler aus den sieben Kindern von Rubens hervorgegangen. Es ist aber eine sehr große Familie im vierstelligen Bereich daraus geworden. 2004 trafen sich über 500 Nachfahren in Antwerpen.

J.H. Wilhelm Tischbein

*15.2.1751 (Haina, Deutschland)

† 26.6.1829 (Eutin, Deutschland)

Klassizismus

Die meisten Bilder von Tischbein hängen im Landesmuseum Kunst und Kultur in Oldenbrug.

Weitere Informationen

Wir greifen ein wenig zurück in die Ahnengalerie von Johann Heinrich Tischbein. Der Hospitalbäcker von Kloster Haina nahe dem Edertal  hatte einen Sohn namens Johann Valentin. Ein Hofbeamter des Hauses Hessen – Darmstadt besuchte das Kloster Haina und sah den 14-jährigen Jungen ein Portrait abmalen. Er erkannte das Talent des Jungen und bot an, ihn künstlerisch ausbilden zu lassen. Der Junge und seine Eltern waren einverstanden. So kam es, dass der Knabe eine veritable Ausbildung bekam, die ihn befähigte, als Hof- und Theatermaler zu arbeiten und seine Künste in Maastricht, Amsterdam und Den Haag auszuüben. Vier Brüder von Johann Valentin wurden ebenfalls bildende Künstler. Dazu gehörte auch Johann Heinrich Tischbein der Ältere (auch genannt, „der Kasseler“), der Hofmaler und Akademiedirektor in Kassel wurde.

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Einer der Brüder, Johann Conrad (*3.8.1712) wurde kein Künstler, sondern wurde Hospitalschreiner auf dem Kloster Haina. Sein Sohn war Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (auch genannt „Goethe-Tischbein“), um den es hier geht. Das ist alles etwas verwirrend, aber die Familie Tischbein belegt schön, wie Neigungen und Fähigkeiten vererbt werden. Aus der Familie gingen angeblich insgesamt 42 Künstler/innen hervor, die zu Leibzeiten teils sehr bekannt waren.

JHW Tischbein erhielt bei seinem Onkel Johann Jakob Tischbein in Hamburg seinen ersten Unterricht im Malen. Später macht er eine Lehre bei dem Kunsthändler Johann Lilly und ist dort auch als Restaurator tätig.  1777 wird er Maler an der Kasseler Kunstakademie. Auf Empfehlung einer seiner Onkels erhält er von der Kasseler Kunstakademie ein Stipendium für eine Studienreise durch Italien (1779-81). Danach lebt er für ein Jahr in Zürich.

1783 bricht er zu seiner zweiten Italienreise auf. In Rom lernt er 1786 Johann Wolfgang von Goethe persönlich kennen. Dieser wohnt sogar vorübergehend bei ihm. Tischbein kann sich den Werken der Italienischen Renaissance widmen und sich dem Klassizismus zuwenden. Er reist zusammen mit Goethe nach Neapel. 1787 entsteht dann das berühmte Porträt „Goethe in der Campagna“, das im Städel-Museum in Frankfurt am Main ausgestellt ist.

1789 wird Tischbein zum Direktor der Akademie der Schönen Künste in Neapel ernannt. 1799 verlässt Tischbein Neapel und lässt sich in Hamburg nieder. Anfang des Jahrhunderts heiratet er und wird Vater von fünf Töchtern und einem Sohn. 1808 wird er Hofmaler in Eutin bei Herzog Peter Friedrich von Oldenburg. Am 26.7.1829 stirbt er mit 78 Jahren in Eutin.

"Tizian" (-o) Vicellio

*unbekannt  (Pieve di Cadore, Italien)

† 27.8.1576 (Venedig, Italien)

Renaissance, Manierismus

Die meisten Bilder (etwa 40) von Tizian hängen im Museo del Prado in Madrid. Das liegt daran, dass Tizian zu Lebzeiten viel für die spanische Krone (Habsburger) malte. Daneben, auf Platz zwei steht – wen wundert es – das Kunsthistorische Museum in Wien mit etwa 25 Gemälden. Weitere größere Sammlungen finden sich im Louvre und den Uffizien in Florenz. In Deutschland findet man die meisten Tizian-Werke in der Gemäldegalerie in Berlin (3), der Alten Pinakothek in München (3) und im Museum Alter Meister in Dresden (2).

Das Alter von Tizian ist nicht genau bekannt. Es gibt Quellen, die besagen, er sei über 100 Jahre alt geworden. Überwiegend wird inzwischen aber angenommen, dass er zwischen 1488 und 1490 geboren wurde und ungefähr 86 bis 88 Jahre alt wurde. (Er starb an der Pest). Immer noch ein biblisches Alter für die Zeit. Dadurch hat er viel von der Renaissance mitbekommen und mitgestaltet. Früh wurde das Talent von Tizian entdeckt. Sein Vater schickte ihn schon mit 10 Jahren in das 130 km entfernte Venedig in eine Kunstwerkstatt, um das Malen zu lernen. Bald wechselte er zur Werkstatt von Giovanni Bellini, dem damals führenden Maler in Venedig. Er begann zusammen mit einem anderen Schüler Bellinis (Giorgione) gemeinsam Bilder zu malen. Eine Kooperation, die aus heutiger Sicht eher verwirrend ist. Daran erkennt man aber auch die Haltung der Zeit. Die Künstler hatten vielfach eher eine handwerkliches Verständnis von ihrer Arbeit. 1510 bzw. 1516 verstarben Giorgione und Bellini und nun wurde Tizian zum führenden Maler des venezianischen Stils. Dieser zeichnet sich nach Auffassung Giorgio Vasaris durch die besondere Farbgebung aus, die bei florentinischen Gemälden nicht so stark ausgeprägt sei. Dort herrsche das Zeichnerische in der Darstellung vor. Die Ursache liegt nicht nur in einer Laune der lokalen Maler, sondern in einem Wettbewerbsvorteil. Die Venezianer hatten einen privilegierten Zugang zu den besten Pigmenten. Sie profitierten vom Seehandel in Venedig und seiner Stellung als Zentrum der Glas- und Textilmanufakturen, die zahlreiche Händler anzogen und Handelswege eröffnet hatten. Die Florentiner kauften zu dieser Zeit ihre Pigmente zum Anrühren ihrer Farbe noch beim Apotheker. Tizian war aber auch für seine außergewöhnlichen Bildkompositionen bekannt.

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Hier kommt 1577 dann Peter Paul zur Welt und im selben Jahr stirbt auch Anna von Sachsen. Wieder war es die Ehefrau von Jan Rubens, die nun mit Eingaben erreichte, dass die Strafe für Ihren Mann Jan erlassen wurde. Sie konnten wieder nach Köln ziehen. Hier wächst Peter Paul bis zu seinem 10. Lebensjahr auf. 1587 stirbt sein Vater mit nur 57 Jahren und seine Mutter nimmt dies zum Anlass, nach Antwerpen zurück zu kehren. 1595 bis 1598 genoss Rubens eine künstlerische Ausbildung und trat 1600 eine mehrjährige Reise an, die ihn nach Italien (u.a. Venedig, Rom, Genua) und Spanien (Madrid) führen sollte. 1608 kehrte er nach Antwerpen zurück und heiratete ein Jahr später Isabella Brant. Aus der Ehe gingen 3 Kinder hervor. In den folgenden Jahren baut er seine Werkstatt kontinuierlich aus. Er erkennt die Chancen eines boomenden Kunstmarktes. Die königlichen Höfe wollen Gemälde, die Kirche, die Adligen, Kaufleute und sonst wohlhabenden Bürger auch. Alle wollen sich und ihre Immobilien mit Kunst schmücken. Rubens effektiviert seine Arbeit. Er beschäftigt Lehrlinge und Maler, die er nach strengen Kriterien auswählt. Er zeichnet kleine Skizzen vor und lässt diese auf große Leinwände übertragen. Nach seiner Anweisung werden Flächen ausgemalt, Landschaften und Tiere gemalt. Er selbst machte dann das „finish“, vor allem der Personen. So konnte er seinen output steigern. Man konnte auch komplett von ihm gemalte Bilder kaufen; freilich für einen anderen Preis. Und um die Maschinerie weiter zu versorgen, machte er Werbung für sich und seine Kunst. Er ließ von seinen Werken Kopien als Kupferstiche anfertigen und druckte damit Werbegrafiken. Das Geschäft florierte. In seinem Werkleben entstanden rund 10.000 Kunstwerke, davon schätzungsweise 2.000 Gemälde. Qualität und Quantität machten ihn zu dem Aushängeschild der Kunst im Barock.

 

Rubens merkte einmal an: "Ich gebe zu, dass ich natürlicher dazu neige, groß angelegte Werke zu machen als kleine Kuriositäten." Dazu passt der monumentale Auftrag, den er Anfang der 20er Jahre erhielt. Maria de Medici, Tochter der berühmten und begüterten florentiner Familie und Ehefrau des französischen Königs Heinrich IV. (und Mutter von Louis XIII.) erteilte den Auftrag, zu ihrem Ruhm und den ihres Gatten eine Galerie von 24 Barockgemälden für den Palais du Luxembourg anzufertigen. Von 1622 bis 1625 kam Rubens dem Auftrag nach und lieferte pünktlich zur Hochzeit der Tochter des königlichen Paares. (Seit 1899 hängen die Bilder im Louvre im Saal 801. 2026 wurde der Saal geschlossen. Alle Bilder werden restauriert. Eine Wiedereröffnung ist für 2030 geplant.)

 

Isabella von Spanien (sie regierte ab 1598 für Ihren Vater Philipp II. die Spanischen Niederlande) stellt 1623 Rubens in den diplomatischen Dienst ein und erhob ihn ein Jahr später in den Adelsstand.1626 stirbt Rubens Frau an der Pest. 2 Jahre später reiste Rubens im diplomatischen Auftrag nach Madrid und traf hier u.a. auf Diego Velázquez. 1629 wurde er zum Sekretär des spanischen Staatsrates ernannt und nach London entsandt, um dort an den Friedensverhandlungen teilzunehmen (zwischen 1625 und 1630 waren Spanien und England in den 30-jährigen Krieg involviert). Noch im selben Jahr verlieh ihm die Universität Cambridge den Magistergrad. Im folgenden Jahr wurde er von König Karl I. in den Ritterstand erhoben. Wenige Tage später reiste Rubens wieder zurück in die Niederlande. Knapp ein Jahr später wird er durch König Philipp IV. in den spanischen Ritterorden aufgenommen.

1630 heiratet Rubens im Alter von 53 Jahren die 17-jährige Hélène Fourment. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor. Das letzte wurde erst nach dem Ableben von Rubens geboren. Zwischen 1631 und 1633 arbeitete er als Diplomat. Danach widmete er sich wieder verstärkt der Malerei. 1636 winkte wieder ein Großauftrag für die Barockwerkstatt Rubens. Philipp IV. wollte sein königliches Jagdschloss (Torre de la Paràda) mit Ölgemälden mit mythologischen Szenen ausstatten. Nicht weniger als 60 Ölgemälde sollten gefertigt werden. Rubens lieferte alle binnen drei Jahren (Mitte 1639) aus. Knapp ein Jahr später, am 27.5.1640 errichtete Rubens sein Testament und starb drei Tage später. Er wurde in Antwerpen in der Sint-Jacobskerk beigesetzt.

Es sind keine bekannten Künstler aus den sieben Kindern von Rubens hervorgegangen. Es ist aber eine sehr große Familie im vierstelligen Bereich daraus geworden. 2004 trafen sich über 500 Nachfahren in Antwerpen.

Leonardo Da Vinci

*15.4.1452 (Vinci Anchiano, Italien)

† 2.5.1519 (Amboise, Frankreich)

Hochrenaissance

Die weltweit größte Sammlung befindet sich im Louvre in Paris. Von den weltweit schätzungsweise 15 erhaltenen Bilden lagern hier fünf. Das einzige Museum in Deutschland, das ein Gemälde (Madonna mit Nelke)  von Da Vinci besitzt ist die Alte Pinakothek in München. Die Hamburger Kunsthalle besitzt vier Zeichnungen, die aus konservatorischen Gründen nur selten im Original ausgestellt werden. 

Um 1489 begann Da Vinci mit seinen Studien zu Proportionen, Anatomie und Physiologie des menschlichen Körpers.  Er vermaß systematisch die Körper junger Männer. Leonardo da Vinci war nicht der einzige Künstler, der die Auffassung vertrat, die Malerei sei eine Art exakter Naturwissenschaft. Viel veränderte sich in dieser Zeit. Es setzte ein Rationalisierungsprozess ein, z.B. im Kreditwesen, einer (doppelten) Buchführung, Methoden der Staatsführung und Diplomatie entstanden. Es wurden in Italien auch die ersten Leichensektionen durchgeführt. Da Vinci nahm nicht nur an ihnen teil und zeichnete etwa Muskeln; er führte selbst Sektionen durch, trotz des Verbots der Kirche.  Jeder kennt die Proportionsstudie von Da Vinci (1496), bei der ein Mann mit ausgebreiteten Armen in einem Kreis steht. Die Zentralperspektive wurde in der Malerei entwickelt. Leonardo wandte sie das erste Mal beim Bild „Das Abendmahl“ an. 1503  kehrte er nach Florenz zurück. Leonardo da Vinci hatte keine Kinder, auch Liebesbeziehungen sind von ihm nicht bekannt.Leonardo da Vinci folgte im Jahr 1516 einer Einladung des jungen Königs Franz I. nach Frankreich auf Chateu D´Amboise. Ein großzügiges Gehalt lockte ebenso, wie die Freiheit für seine Forschungen. Hinzu kam, nach dem Tod seines Gönners Giuliano de’ Medici im März 1516 verlor er wichtige Verbindungen damit potentielle Aufträge. Zudem favorisierte Papst Leo X. für künstlerische Aufträge jüngere Konkurrenten, wie Raffael und Michelangelo. Drei Jahre später starb er auf  auf Schloss Clos Lucé in Amboirse.

Andy Warhol

*6.8.1928 (Pittsburg, USA)

† 22.2.1987 (New York, USA)

Pop Art

Die meisten Werke von Andy Warhol hat das Andy Warhol Museum.   In Europa besitzt das Museum Brandhorst in München mit über 120 Werken die umfangreichste Sammlung von Andy Warhol Kunstwerken

Andy Warhol hat russische Wurzeln. Seine Eltern Ondrej Varhola und Julia Justyna waren Immigranten. Andy Worhol hieß eigentlich Andrew Warhola. Er wuchs in prekären Verhältnissen auf. Mit 8 Jahren erkrankte er an Chorea minor, einer Autoimmunkrankheit, die u.a. Muskelzuckungen und Koordinationsprobleme verursacht. Er hatte zudem eine Pigmentstörung, warum er teilweise für einen Albino gehalten wurde. Der bettlägerige Andy entwickelte eine Leidenschaft für Comics und Kinofilme und begann zu zeichnen. Von 1945 bis 1949 studierte Warhol Gebrauchsgrafik am Carnegie Institute of Technology in Pittsburg und erhielt einen Abschluss für Malerei und Design. Er zog nach New York und übernahm Gelegenheitsjobs als Werbegrafiker und Schaufensterdekorateur.

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Warhol erstellte für Zeitschriften und Magazine Skizzen, Grußkarten und Werbegeschenke. 1952 stellte er in einer Buchhandlung eigene Werke aus. Schon vier Jahre später stellte er im Museum of Modern Art in New York aus. Ende der 50er Jahre zählte er zu den bestbezahltesten Industrie -und Werbegrafikern in Manhattan. Er wandte sich aber vermehrt der Kunst zu und konzentrierte sich auf triviale Sujets von Comic-und Cartoon wie Mickey Mouse, Popeye oder Superman. Er stellte einen Gegenpart zu den abstrakten Expressionismus von Mark Rothko oder Jackson Pollock dar. Konkurrenz boten ihm dagegen Roy Lichtenstein und Robert Rauschenberg. Er wandte sich der Verarbeitung der kommerziellen Werbung zu. 1962 hatte er mit Campbell´s Soup Cans seine Erste Einzelausstellung. Er fertigte hierfür 32 nahezu identische Bilder der Suppenkonserven in den verschiedenen Geschmacksrichtungen an. Der Verkaufspreis für das Ensemble sollte 1.000 US-Dollar betragen. Iriving Blum kaufte sie für 100.000 US-Dollar. 1996 wurden sie für 15.000.000 US-Dollar an das Museum of Modern Art verkauft. Warhol drehte auch Filme und war Fotograf. Am 3.7.1968 verübte eine radikale Frauenrechtlerin ein Attentat auf Warhol. Sie verletzte ihn durch mehrere Schüsse lebensgefährlich. Warhol überlebte, musste aber längere Zeit im Krankenhaus verbringen. Warhol stieg in der New Yorker Society auf und wurde zur schillernden Figur auf Party´s mit Prominenten. Dazu trug die In-Diskothek „Studio 54“ bei. Auch Großkonzerne wie BMW und Mercedes schmückten sich bzw. ihre Autos mit Warhol und seiner Kreativität. Er moderierte zudem Fernsehsendungen (Andy Warhols TV und Andy Warhol´s 15 minutes). 1980 trafen sich Beuys und Andy Warhol in einer Galerie in Neapel, zur Ausstellung „Joseph Beuys by Andy Warhol“. Hier zeigte Warhol seine neuen Siebdruckportraits mit dem Titel „Joseph Beuys“. Andy Warhol´s Werke waren auf der 34.,36., 41und 42. Biennale Venedig sowie auf der 4., 6. und 7. Documenta in Kassel ausgestellt.

Am 22.2.1987 starb Warhol im Alter von 58 Jahren nachdem bei einer Gallenblasenoperation Komplikationen auftraten.