Kunst von A bis Z
Hier erfahren Sie Interessantes und Kurioses aus der Welt der Kunst
A
Abu Dhabi´s Guggenheim
Mit dem Guggenheim Museum verbindet man gewöhnlich das berühmte Kunstmuseum in New York, das 1939 für moderne Kunst gegründet wurde und 2019 von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde. Das Guggenheim hat inzwischen aber auch Ableger in Bilbao und Venedig.
In den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) wird gerade ein Guggenheim-Kunstmuseum errichtet, das noch 2026 eröffnet werden soll. Das Gebäude ist von Frank Gehry (Dezember 2025 im Alter von 96 Jahren verstorben) entworfen worden. Er erschuf bereits das Guggenheim-Gebäude in Bilbao. Das 2006 begonnene Projekt „Guggenheim in Abu Dhabi“ wird das größte Guggenheim-Museum weltweit erschaffen. Die Baukosten sollen bei einer Milliarde Dollar liegen. Dazu wird man kalkulieren müssen, dass die großzügigen Räumlichkeiten mit Kunstwerken ersten Ranges gefüllt sein wollen. Die Direktorin Stephanie Rosenthal hat die attraktive Aufgabe bekommen auf ein Einkaufstour zu gehen. Über ihr Budget ist hier nichts bekannt, aber es dürfte beträchtlich sein.
B
Beutekunst
Beutekunst gibt es solange, wie es Kunst und Kriege gibt. Das Zerstören und Annektieren von Kunst war völkerrechtlich lange legal. Artikel 56 der Haager Landkriegsordnung verbietet seit 1907 die Beschädigung oder Zerstörung von geschichtlichen Denkmälern, Kunstwerken oder Werken der Wissenschaft als Akt der militärischen Gewalt. Was fehlte, war der Diebstahl.
Die Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten ist ein 1954 abgeschlossener völkerrechtlicher Vertrag, der Kulturgüter während eines Krieges vor Zerstörung, Beschädigung sowie Diebstahl schützen soll. Mit Stand 2018 sind 132 Nationen Vertragspartner. (Siehe auch „Raubkunst“)
Der Obelisk von Luxor auf dem Place de la Concorde in Paris ist übrigens keine Raubkunst. Muhammad Ali Pascha, der Vizekönig von Ägypten schenkte Frankreich zwei Obelisken als Geste der Freundschaft, insbesondere auch als Dank für die Leistung von Jean-François Champollion, der die Hieroglyphen entziffert hatte. Und wo ist dann der andere? Der andere Obelisk kam nie in Paris an. Der Transport und Wiederaufbau des ersten Obelisken mit einem Gewicht von 230 Tonnen und 23 Meter Länge dauerte ganze 5 Jahre. Den anderen lies man nach diesem Kraftakt dann vorzugsweise dort, wo er hingehört. Es ist anzunehmen, dass das nicht abgeholte Geschenk weniger für Irritation als vielmehr für Amüsement sorgte. Es bleibt schließlich die unbeantwortete Frage, was die Ägypter 3000 Jahre zuvor den Franzosen im Handling von schweren Kulturgütern voraus hatten.
C
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D
Digitale Kunst
Digitale Kunst ist Teil der Medienkunst und basiert auf digital gestützter Kreativität, zur Ideengenerierung oder Umsetzung. Es gibt sowohl Bildkunst (Bildschirme, Laser, Lampen) als auch Plastiken (3D-Drucker) oder andere Darstellungsformen, z.B. über Virtuelle Realität, Klänge, Gerüche unter Einsatz von Digitaltechnik (Chips, Computer, Mobilfunk, u.ä.).
E
Entartete Kunst
Die Ausstellung „Entartete Kunst“ (1937 in München) war ein zentrales Propagandainstrument des NS-Regimes zur Diffamierung moderner Kunst. Über 600 Werke von rund 120 Künstlern wurden als „degeneriert“ verspottet und aus dem öffentlichen Leben verdrängt.
Bereits ab 1933 begann die systematische Verfolgung moderner Kunst: 30 Museumsleiter wurden entlassen, Werke beschlagnahmt und in diffamierenden Ausstellungen gezeigt. 1937 erreichte diese Kampagne ihren Höhepunkt.
In der Ausstellung wurden nahezu alle Stilrichtungen der Moderne angegriffen, darunter Dadaismus, Konstruktivismus, Bauhaus, Surrealismus, Kubismus, Fauvismus und Futurismus – wobei der Expressionismus besonderes Ziel der Angriffe war. Viele bedeutende Künstler waren betroffen.
Bis 1938/39 wurden über 20.000 Werke aus Museen entschädigungslos beschlagnahmt. Ein Teil wurde verkauft, viele zerstört. Die Aktion bedeutete faktisch die Zerschlagung der modernen Kunst in Deutschland.
F
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G
German War Art Collection
Die Nazis entfernten nicht nur ihrer Meinung nach „Entartete Kunst“, sondern sie bemühten sich auch darum, eigene Kunstrichtungen zu Propagandazwecken entstehen zu lassen. Die heroischen, gengeglätteten Darstellungen von arischen Idealmenschen wurden von den Amerikanern nach dem Zusammenbruch der Schreckensherrschaft konfisziert und in die USA geschafft. Dort lagern in einem Bunker bei Washington (Fort Bolvoir) noch besonders toxische Restbestände als „German War Art Collection“. In den 50er und 80er Jahren wurden insgesamt knapp 8.000 Werke zurück gegeben. Die meisten lagern im Depot des Deutschen Historischen Museums in Berlin. Nähere Informationen gibt es auf der Seite von Deutschlandfunkkultur.
H
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I
Ist das Kunst oder kann das weg?
Der Spruch stammt angeblich vom Komiker Mike Krüger. Er reflektiert das Problem moderner Kunst, gelegentlich nicht als solche erkannt zu werden. Prominente Beispiele sind zwei Kunstwerke von Joseph Beuys. 1973 wurde eine von ihm mit Mullbinden, Pflaster, Draht und Fett versehende Wanne bei einer Veranstaltung gereinigt, um darin Gläser zu spülen. In der Kunstakademie Düsseldorf wurde eine Installation von ihm (Fettecke) von Hauspersonal irrtümlicherweise entfernt.
Ikonodiagnostik
Historische Kunstwerke erlauben nicht nur Einblicke in soziale Gefüge und historische Ereignisse, sondern eröffnet auch medizinische Perspektiven. Die Ikonodiagnostik widmet sich der Diagnostik der abgebildeten Menschen.
Auf dem „Porträt Kaiser Karl V. mit seinem Hund“ von Tizian kann man beispielsweise eine Fehlstellung des Unterkiefers feststellen. Sie war vermutlich Ergebnis einer erblich bedingten Erkrankung, wie sie innerhalb des Hauses Habsburg verbreitet war. Auf dem Bild „Bathseba im Bade“ von Rembrandt van Rijn werden Veränderungen der Brust sowie eine Schwellung in der Achselregion der abgebildeten Frau als Hinweise für Brustkrebs gesehen. Ein Altarwerk von Hans Holbein der Ältere zeigt auffällige Hautveränderungen an den Armen eines Bettlers. Diesbezüglich wird angenommen, dass der Mann eine Lepraerkrankung aufwies.
J
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K
Kinetische Kunst
Kinetische Kunst ist einfach ausgedrückt Apparatekunst. Die Bewegung des Kunstgegenstandes ist integraler Bestandteil des Kunstobjektes. Es gibt Überschneidungen zur Digitalen Kunst. In der Moderne liegen ihre Anfänge in den kinetischen Licht- und Bewegungsobjekten Marcel Duchamps und László Moholy-Nagy.
Kybernetische Kunst
Die kybernetische Kunst hat sich aus der kinetischen Kunst entwickelt. Sie weist das zusätzliche Merkmal auf, dass sie mit dem Betrachter interagieren kann. Der Apparat, Beleuchtung oder Klang sind so konzipiert, dass sie den Betrachter herausfordern mit dem Kunstwerk in Interaktion zu treten, um eine Veränderung am Kunstwerk hervorzurufen.
L
„Louvre“: 400.000.000 € für Namensrecht
Die VAE wollten ein namhaftes Museum (siehe auch „Abu Dhabi´s Guggenheim“) eröffnen und ersannen einen Ableger des Pariser Louvre. Man wurde handelseinig. Allein für die Verwendung der Namensrechte „Louvre“ bezahlten die VAE 400 Mio. €. Im Rahmen eines Kulturabkommens wird eine weitere Milliarde Euro für Leihgaben und Beratungsleistungen für die Zeit bis 2047 aufgebracht. Das sind unglaubliche Summen, aber sie werden ihre Wirkung nicht verfehlen. Das Museum wurde am 11.11.2017 eröffnet. Es liegt nur 300 Meter vom künftigen Guggenheim – Museum in Abu Dhabi.
M
Mona Lisa aus dem Louvre geraubt - 1911
Am 21.8.1911 wurde die Mona Lisa aus dem Louvre gestohlen. Der ehemals vom Museum als Glaser angestellte Vincenco Peruggia drang mit einer List als Handwerker verkleidet in das Museum ein und stahl das Kunstwerk. Es wurden 55.000 Francs als Belohnung für die Rückgabe ausgelobt. Das Gemälde blieb rund zwei Jahre lang verschollen. Sogar Picasso geriet in den Focus der Ermittlungen und wurde von der Polizei vernommen. Er hatte mit einem Gelegenheitsdieb Kontakt, der sich fälschlicherweise mit dem Diebstahl brüstete.
Schließlich nahm der Dieb mit einem Antiquitätenhändler Kontakt auf und bot das Bild für umgerechnet rund 1,5 Mio. € an. Der Händler zog einen Kunstfachmann zu Rate, der die Echtheit des Bildes bestätigte. Nachdem die Polizei von ihm informiert wurde, konnte Peruggia verhaftet werden. Er bekam wegen mildernder Umstände eine Haftstrafe von nur rund einem halben Jahr. Seit 1913 hängt die Mona Lisa wieder im Louvre.
Mephisto-Entscheidung – oder was ist eigentlich Kunst?
Das Bundesverfassungsgericht muss sich immer wieder mit Kunst und insbesondere mit Kunstfreiheit beschäftigen. Artikl 5 Absatz 3 GG bestimmt: „Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.“
In der Entscheidung vom 24.2.1971 (BVerfGE 30, 173) definierten die Bundesrichter wie folgt:
Das Wesentliche der künstlerischen Betätigung ist die freie schöpferische Gestaltung, in der Eindrücke, Erfahrungen, Erlebnisse des Künstlers durch das Medium einer bestimmten Formensprache zu unmittelbarer Anschauung gebracht werden. Alle künstlerische Tätigkeit ist ein Ineinander von bewussten und unbewussten Vorgängen, die rational nicht aufzulösen sind. Beim künstlerischen Schaffen wirken Intuition, Phantasie und Kunstverstand zusammen; es ist primär nicht Mitteilung, sondern Ausdruck und zwar unmittelbarster Ausdruck der individuellen Persönlichkeit des Künstlers.
N
Nofretete
Nofretete, deren Name übersetzt "die Schöne ist gekommen" bedeutet, kann man in einer Dauerausstellung der Ägyptischen Sammlung im Neuen Museum in Berlin bewundern.
Sie hat einen geschätzten Wert von 400 Millionen Euro und gilt als Kronjuwel der ägyptischen Antiquitäten. Die 3.370 Jahre alte Büste wurde bei einer Ausgrabung unter der Leitung des deutschen Ägyptologen Ludwig Borchardt (1863–1938) im ägyptischen Tell el Amarna gefunden - und zeigt die Königin in ihrer Pracht.
Ägypten fordert die Rückführung der Büste, was Deutschland verweigert. Die Büste der Nofretete wurde 1912 bei Ausgrabungen unter Ludwig Borchardt entdeckt. Seinerzeit gab es eine Vereinbarung, wonach die Deutsche Orient-Gesellschaft die Ausgrabungen finanzierte und die antiken Funde anschließend zwischen Deutschland und Ägypten aufgeteilt wurden. Ein Vertreter der ägyptischen Regierung wählte die Hälfte der Objekte aus, während die andere Hälfte nach Deutschland gebracht wurde. Ägypten vertritt die Auffassung, dass Ludwig Borchard den Wert der Büste herunterspielte und so den Fund unter falschen Vorwänden außer Landes brachte. Nähere Informationen gibt es auf der Internetseite der Deutschen Welle.
O
Op-Art
Op-Art ist die Abkürzung für Optical Art oder Optische Kunst. Das ist eine Stilrichtung, die mit Hilfe präziser abstrakter Formmuster und geometrischer Farbdarstellungen optische Täuschungen beim Betrachter hervorruft. Victor Vaserely ist ein klassischer Vertreter dieser Kunstrichtung.
In Unna gibt es ein Lichtkunstmuseum, das sich dieser Kunstrichtung ausschließlich widmet.
P, Q
Prähistorische Kunst
Der Zeitraum Prähistorischer Kunst wird bis etwa 3.500 v.Chr. datiert. Hauptfundorte liegen in Frankreich (Lascaux, Chauvet), Spanien (Altamira) und Indonesien (Sulawesi). Die älteste figurative Höhlenmalerei (Menschen in Interaktion mit einem Schwein) wurde auf der Insel Sulawesi entdeckt. Ihr Alter wird auf rund 53.000 Jahre geschätzt. Noch älter sind sogenannte Handnegative. Die ältesten Funde datieren mit einem Alter von rund 67.000 Jahren (Insel Muina, Indonesien).
Plastik oder Skulptur?
Der Unterschied liegt in der Herstellungsweise. Eine Plastik wird aufbauend geschaffen, etwa durch das Modellieren von Ton. Das gilt auch dann, wenn die Plastik nur als Abdruck für eine Gießform einer hieraus entstehenden Bronzefigur genutzt wird.
Eine Skulptur wird durch das Abtragen von Material (Bildhauerei), etwa von Holz oder Stein erzeugt.
R
Raubkunst
Im Gegensatz zur Beutekunst, die im Zuge von kriegerischen Auseinandersetzungen rechtswidrig angeeignet wurde, stellt Raubkunst die rechtswidrige, verfolgungsbedingte staatliche Entziehungen von Kunstgegenständen durch einen Staat dar. Die Abgrenzung fällt nicht immer ganz leicht. So wird angenommen, dass die Nationalsozialisten während ihrer Schreckensherrschaft im In – und Ausland rund 600.000 Kunstwerke beschlagnahmt haben.
Im New Yorker Museum of Modern Art wurden 1998 von der Bezirksstaatsanwaltschaft zwei Gemälde von Egon Schiele, die als Leihgabe aus dem Wiener Leopold Kunstmuseum ausgestellt wurden, als Diebesgut beschlagnahmt. Sie standen unter dem Verdacht Raubkunst der Nazis zu sein. Ein Bild wurde nach rund einem Jahr herausgegeben, das andere war Gegenstand eines 12 Jahre dauernden Rechtsstreits, der 2010 mit einem außergerichtlichen Vergleich endete. Gegen Bezahlung einer Vergleichssumme von 19 Mio. US-Dollar kehrte das Kunstwerk zurück nach Wien.
Diese Geschehnisse hatten weitreichende Folgen für den Umgang mit Kunst in Museen und auch International. In der sog. Washingtoner Erklärung (44 Staaten) wurden 1998 internationale Regelungen geschaffen, um das Auffinden von Raubkunst und die Restitution an die Eigentümer bzw. deren Erben zu ermöglichen. Die Erklärung wurde 2000 in Vilnius und 2009 in Terezin (Tschechische Republik) konkretisiert. Dabei handelt es sich um unverbindliche Absichtserklärungen und nicht um verbindliche Staatsverträge.
S
Streetart
„Kilroy was here“ wird dem einen oder anderen noch im Gedächtnis sein. Zu dem Slogan wurde ein Bild von einem Gesicht gemalt, das sich hinter eine Mauer versteckte und nur Augen und Nase zu sehen waren. Die Nase hing dabei über der Mauer. Das Graffito entstand angeblich in der US-Armee während des zweiten Weltkriegs. Es entbrannte ein Wettbewerb unter den Soldaten, dieses Zeichen an den unmöglichsten und schwer erreichbaren Stellen anzubringen und zu behaupten, es sei schon immer da gewesen. Kilroy wurde zum Super-GI, den man überall antraf. Später übernahmen britische Soldaten den Spaß.
Die Abgrenzung zwischen gesellschaftskritischen oder politischen Parolen, ausschließlich destruktiv motivierten Schmierereien und kunstvoller Graffiti ist nicht immer einfach. Eine ganze Industrie ist entstanden, um Graffiti von Gebäuden, Zügen und LKW zu entfernen. Vor der Einfügung des sogenannten Graffiti-Paragraphen (§ 303 Abs. 2 BGB) wurde Graffiti z.B. an Stromkästen nicht als Sachbeschädigung angesehen. Es gab keine Substanzverletzung und keine Funktionseinschränkung. Da die Funktion jedenfalls nicht in einer ansprechenden Optik bestand, war das Besprühen mit Farbe straffrei. Seit 1.9.2005 ist das durch die Änderung der gesetzlichen Regelung zur Sachbeschädigung (§ 303 Abs. 2 BGB) anders. Nun droht nicht für eine klassische „Sach“-Beschädigung eine Bestrafung, sondern auch, wenn man unbefugt das Erscheinungsbild einer fremden Sache nicht nur unerheblich und nicht nur vorübergehend verändert.
In den 80er Jahren erlangte Keith Haring als Graffiti-Künstler mit seinen Pop-Art - Figuren Weltruhm. In unseren Tagen ist Banksy der bekannteste Street-Art Künstler, dessen Bild „Girl with Balloon“ eine Bekanntheit ähnlich der Mona Lisa erlangt hat. Ob das in 100 Jahren noch der Fall sein wird, rezensiert die Zeit. Viel von seiner Aura ist auch durch seine gepflegte Anonymität entstanden. Die Öffentlichkeit kannte den Namen des Künstlers, der weltweit ausstellt und dessen Werke für bis zu 16 Millionen Pfund versteigert wurden, nicht. Angeblich hat 2026 Reuters die Identität von Banksy ermittelt. Es soll sich um einen Robin Gunningham handeln. Damit ist die Welt um den Zauber eines weiteren Geheimnisses ärmer geworden.
Sketching
Sketching oder Urban Sketching ist das Zeichnen oder Malen (i.d.R. Bleistift, Kohle oder auch Aquarell) von Alltagszenen vor Ort. In der Regel handelt es sich um schnell erzeugte Bilder, die in Minuten oder wenigen Stunden geschaffen werden. Der Fokus liegt nicht auf der perfekten Abbildung des Gesehenen, sondern auf dem Festhalten des Moments. Sozusagen Bild ohne Fotoapparat mit persönlichem Wahrnehmungsfilter und Interpretation.
T
Tafelgemälde
Bis zur 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts wurden Ölgemälde üblicherweise auf Holztafeln gemalt. Das hatte einen entscheidenden Nachteil. Größere Bilder musst auf mehreren, miteinander verbundenen Holzbrettern gemalt werden. Holz arbeitet aber, so dass unschöne Spalten entstanden. Auch der leichtere Transport und geringere Kosten sprachen für Leinwand, die sich im 16. Jahrhundert dann endgültig als Medium für die Bildherstellung durchsetzte.
U
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V
Versteigerungsrekorde
Im November 2025 wurde das „Bildnis Ellisabeth Lederer“ von Gustav Klimt für die Rekordsumme von 236 Millionen Dollar in New York (Sotheby´s) versteigert. Damit ist es der zweithöchste Versteigerungswert, der je für ein Kunstwerk erzielt wurde. Auf Platz 1 ist noch immer das Bild von Leonardo da Vinci „Salvator Mundi“, das für 450,3 Millionen Dollar den Besitzer wechselte. Auf Platz 3 befindet sich das Porträt der Schauspielerin Marylin Monroe von Andy Warhol, dessen Bieter 2022 für 195 Millionen Dollar den Zuschlag erhielt. Und noch ein Superlativ zum Schluss. Das Selbstportrait der mexikanischen Künstlerin Frida Kahlo wurde im November 2025 für 54,7 Millionen Dollar versteigert. Damit ist es das teuerste jemals versteigerte Bild einer Frau und eines lateinamerikanischen Künstlers.
W
Wirtschaftsfaktor Museum
Eine 2025 veröffentlichte Studie „Der ökonomische Fußabdruck von Museen. Das sichtbare Kapital.“ des Instituts für Museumsforschung untersuchte, wie Museen Wertschöpfung, Einkommen, Beschäftigung und Rückflüsse an die öffentliche Hand beeinflussen – einschließlich der Ausgaben touristischer Besucher.
2023 trugen Deutschlands rund 7.000 Museen 9,4 Mrd. € zum BIP bei, bei 5,6 Mrd. € öffentlicher Zuschüsse. Jeder investierte Euro erzeugte 1,70 € Wertschöpfung. Der fiskalische Beitrag betrug 3,7 Mrd. €, womit zwei Drittel der öffentlichen Mittel über Steuern und Abgaben zurückflossen.
Mit 167 Mio. Besuchen führten touristische Ausgaben zu weiteren 2,40 € Wertschöpfung pro investiertem Euro – etwa durch Übernachtung, Gastronomie oder Mobilität. Insgesamt entstanden 106.000 Vollzeitstellen, davon 63 % in Museen, 20 % bei Zulieferern und 17 % im Konsumumfeld.
Als touristische Ziele sicherten Museen rund 180.000 Arbeitsplätze und generierten 5,7 Mrd. € Steuer- und Sozialabgaben – nahezu so viel wie die öffentliche Hand investierte. Weitere Informationen beim Deutschen Museumsbund e.V..
X, Y, Z
(Inhalt folgt)